Caldera vs. Microsoft Bill Gates zahlt
Salt Lake City - In der Kartellrechtsklage des Softwareherstellers Caldera gegen Microsoft haben sich die beiden Firmen außergerichtlich geeinigt . Damit geht - nach einer mehr als dreijährigen Auseinandersetzung - eine der größten gerichtlichen Herausforderungen des Software-Giganten aus Redmond zu Ende.
Wie am Montag mitgeteilt wurde, zahlt Microsoft als Ausgleich eine einmalige Strafe an Caldera . Die Höhe des Zahlung wurde zwar nicht genauer angegeben, sie wird aber nicht ohne Auswirkungen auf Microsoft bleiben: So soll sich der Gewinn je Microsoft-Aktie im laufenden Quartal um drei Cent verringern.
Bei rund fünf Milliarden ausgegebenen Aktien würde dies einer Zahlung von rund 155 Millionen Dollar entsprechen. Analysten sagten der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg jedoch, die Kosten für Microsoft dürften 200 Millionen Dollar deutlich übersteigen. Der Softwarekonzern wollte keine dieser Zahlen bestätigen. Ursprünglich hatte Caldera eine Milliarde Dollar als Schadenersatz gefordert.
Die kleine Software Firma aus Salt Lake City hatte Microsoft vorgeworfen, sein Monopol bei Betriebssystemen auf illegalem Wege gesichert zu haben. So soll in das Betriebssystem Windows 3.1 unter anderem eine Fehlermeldung eingebaut worden sein, die auftauchte, wenn auf dem Rechner zusätzlich das Betriebssystem DR Dos installiert war. Caldera hatte die Rechte an DR Dos, einem Konkurrenzprogramm zu Microsofts MS Dos, im Jahre 1996 für 400.000 Dollar gekauft - und kurz danach die Klage eingereicht.
Wie Caldera vorbrachte, waren derartige Fehlermeldungen völlig überflüssig. Sie hätten nur dazu geführt, dass Kunden abgeschreckt wurden. Microsoft hatte diese Vorwürfe stets zurückgewiesen und erklärt, die Klage beziehe sich auf eine inzwischen völlig überholte Technik. Der Softwareriese fand mit dieser Argumentation bei ersten Anhörungen aber kein Gehör. Am 17. Januar hätte das offizielle Gerichtsverfahren eröffnet werden sollen.
"Wir sind froh, diese Sache hinter uns gebracht zu haben", sagte Tom Burt, Microsofts Berater in Gerichtsprozessen. "Statt zu prozessieren, konzentrieren wir uns lieber darauf, großartige Software für unsere Kunden herzustellen."
Auch Caldera-Chef Bryan Sparks zeigte sich zufrieden. Jetzt, nachdem der Rechtsstreit beigelegt wurde, will sich seine Firma ganz auf die Weiterentwicklung der Caldera-Distribution von Linux konzentrieren - ein freies Betriebssystem, das gerade dabei ist Microsofts Windows Konkurrenz zu machen.
Experten sehen in der außergerichtlichen Einigung eine für beide Seiten positive Lösung. Caldera bekommt ausreichend Startkapital, um sich im heiß umkämpften Linux-Markt mit Konkurrenten wie Red Hat messen zu können. Und Microsoft, das spätestens Ende Februar im Kartellrechtsprozess mit dem Justizministerium wieder vor Gericht stehen soll, hat zumindest einen Prozess weniger am Hals.