Captchas: Buchstaben-Sicherheitssystem angeblich geknackt - DER SPIEGEL
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Captchas Buchstabensystem offenbar nicht mehr sicher

Krakelige Buchstabenfolgen und verbogene Zahlen sollen Netznutzer entziffern und abtippen - um zu beweisen, dass sie Menschen sind und keine Maschinen. Jetzt will ein kalifornisches Start-up das meistbenutzte Sicherungssystem im Internet überwunden haben.
Captcha: Schwer lesbare Buchstaben, um Mensch und Maschine zu unterschieden
Captcha: Schwer lesbare Buchstaben, um Mensch und Maschine zu unterschieden

Captcha: Schwer lesbare Buchstaben, um Mensch und Maschine zu unterschieden

Foto: AP/ Ticketmaster
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Millionen Internetnutzer können womöglich aufatmen: Die Zeit, in der viele Webshops und andere Seiten ihre Besucher mit nervtötenden Krakeltexten plagten, die es zu entziffern galt, sind womöglich bald vorbei. Mit diesen Captchas ("Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart") werden Menschen von Computern unterschieden. Das soll verhindern, dass zum Beispiel unerwünschte Bots  ihren Unfug treiben oder gar Schaden anrichten.

Laut einem gemeinsam mit "ScienceNow" verfassten Bericht in der "Wired"  behauptet ein Unternehmen namens Vicarious, diese Aufgabe mit Hilfe eines neu entwickelten Algorithmus meistern zu können. Die Treffergenauigkeit liegt demnach bei mehr als 90 Prozent der etwa von Google, Yahoo oder PayPal offerierten Rätselbilder.

Mit dem Captcha-Löser könnte ein über das gesamte Internet verbreitete Sicherheitssystem überwunden worden sein. Damit stellt sich zunächst die Frage nach einem geeigneten Nachfolgesystem. Viel wichtiger jedoch, heißt es bei der "Wired", sei der mögliche Durchbruch in Sachen künstlicher Intelligenz (KI). Vicarious selbst vergleicht die Funktionsweise seines Algorithmus mit der des menschlichen Gehirns, weshalb Captchas so gut aufgefasst werden könnten wie vom menschlichen Auge.

Für Außenstehende schwer zu überprüfen

Vicarious-Mitgründer D. Scott Phoenix erklärt, bisherige KI-Systeme hätten zur Lösung derartiger Fragen den schlichten Brute-Force-Ansatz verfolgt und mit geballter Rechen-Power gearbeitet. Der Vicarious-Algorithmus komme dagegen mit einem Bruchteil der benötigten Datenmengen aus und sei "hinsichtlich seiner Effizienz mit der von menschlichen Gehirnen vergleichbar ".

Für Außenstehende ist das schwer nachzuvollziehen oder gar zu überprüfen. Zwar gibt das Unternehmen in einem Videoclip eine Kostprobe seines Könnens , detaillierte Angaben bleiben die Macher jedoch schuldig. Einen Quellcode stellten sie bislang ebenfalls nicht zur Verfügung.

Das sei auch gut so, kommentiert "The Next Web" die Entwicklung , denn Internetunternehmen hätten nun die Aufgabe, neue Sicherheitsmethoden zu entwickeln, um sich Bots vom Leibe zu halten. Auf seiner eigenen Webseite jedenfalls schützt Vicarious sein Kontaktformular   nach wie vor mit einem Captcha.

meu