Carnivore: FBI gibt Sourcecode des Schnüffelprogramms zur Prüfung frei - DER SPIEGEL
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Carnivore FBI gibt Sourcecode des Schnüffelprogramms zur Prüfung frei

Anfang Juli wurde bekannt, dass die amerikanische Bundespolizei FBI mit "Carnivore" die Implementierung eines flächendeckenden E-Mail-Schnüffelprogrammes plant. Ein Sturm der Entrüstung brandete auf - unvorteilhaft gerade in Zeiten des Wahlkampfes. Jetzt lässt Justizministerin Janet Reno das Programm von Experten prüfen.
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Washington - Das E-Mail-Überwachungssystem Carnivore der US-Bundespolizei FBI soll von kritischen Wissenschaftlern überprüft werden. Damit reagiert das Justizministerium auf Kritik von Bürgerrechtsgruppen, die eine Offenlegung des Programmcodes verlangen.

Justizministerin Janet Reno kündigte an, mit der Untersuchung werde eine renommierte Universität betraut, die Zugang zu allen benötigten Informationen erhalten werde. Dazu soll auch der Programmcode gehören. Auch Datenschützer, Rechtsexperten und Polizisten werden um eine Stellungnahme gebeten. Der Bericht soll bis 1. Dezember vorliegen.

Ein Vertreter der Amerikanischen Bürgerrechtsunion ACLU  bemängelte, dass Kritiker des Systems nicht an der Untersuchung beteiligt seien. Die Entscheidung über einen möglichen Verstoß des Abhörsystems gegen das Verfassungsverbot von ungerechtfertigten Durchsuchungen müsse bei Außenstehenden wie Richtern und Abgeordneten liegen.

Das Informationszentrum für den Persönlichkeitsschutz bei elektronischen Daten EPIC  beantragte bei einem Richter die Offenlegung aller Einzelheiten von Carnivore. Das FBI lehnt dies ab, weil dies auch dazu genutzt werden könnte, das System zu unterlaufen.

Carnivore wird vom FBI  bei Internet-Anbietern aufgestellt. Das Programm soll Millionen von E-Mails pro Sekunde untersuchen und abfangen können.

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