CDU-Kettenbrief Nicht-Spender bitte melden!
"Lasst uns alle unserem verdienten Kanzler der Einheit dieses unseres Landes helfen, sein Ehrenwort zu halten", fordert die seit mehr als einer Woche kursierende Ketten-E-Mail. Alle nicht für die Drei-Millionen-DM-Spende an Helmut Kohl verantwortlichen Personen sollten sich bei der CDU melden, so das Aufklärungskonzept der anonymen Initiatoren. Dann blieben nur noch die Namen der Spender übrig. Diese würden so ans Licht gebracht, ohne dass der Kanzler der Einheit sein Ehrenwort brechen müsse.
Die E-Mail-Adresse der CDU-Fraktion wird für solche Bekennerschreiben gleich mitgeliefert. "Um eine möglichst große Verbreitung zu erreichen, muß diese E-Mail daher an so viele Freunde und Bekannte wie möglich weitergegeben werden", heisst es im Kettenbrief weiter.
Offenbar beschränken sich die meisten Empfänger jedoch auf das schmunzelnde Weiterleiten der E-Mail. Trotz epidemischen Ausbreitens der "Bürger für Kohl"-Aktion ist über die CDU/CSU-Bundestagsfraktion noch kein Mail-Bombardement von Nicht-Spendern hereingebrochen. "Das ist nur ein ganz kleiner Teil von den 60, 70 E-Mails, die wir hier täglich hereinbekommen", sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Maiworm, der für den Online-Auftritt der Fraktion verantwortlich ist.