Cebit 2005 Microsoft will doch ausstellen
Vielleicht wollte Jürgen Gallmann nur ein bisschen Druck auf die Quadratmeterpreise machen, als er in der vergangenen Woche eine Cebit-Teilnahme von Microsoft im kommenden Jahr in Frage stellte. "Wir überlegen ernsthaft, ob nicht andere Veranstaltungen direkt mit unseren Kunden viel mehr bringen als die Cebit", hatte der Deutschlandchef des Softwareriesen in Hamburg erklärt. Und weiter: Man werde noch im Oktober über den Cebit-Auftritt 2005 entscheiden.
Die Entscheidung ist gefallen - nur wenige Tage später. Steve Ballmer, selbst Vorstandschef von Microsoft, stellte am Rande einer Konferenz in Lissabon klar, dass man sehr wohl kommen wolle. Im Gespräch mit dem Magazin "Wirtschaftswoche" erklärte er: "Ich denke, es ist nur eine Frage des 'Wie', nicht des 'Ob'. Alles weitere wird sich in direkten Gesprächen klären lassen."
Bei der diesjährigen Cebit hatte Microsoft sogar kurzfristig seine Ausstellungsfläche vergrößert und dem Veranstalter, der Deutschen Messe AG, aus der Bredouille geholfen. Nach einer kurzfristigen Absage von Hewlett übernahm Microsoft die frei gewordene Fläche in Halle 1 und errichtete dort gemeinsam mit Ikea eine Möbelausstellung mit Fernsehern, die tatsächlich funktionieren. Damit Microsoft auch noch was davon hatte, wurden die TV-Geräte an digitale Videorecorder mit spezieller Windows-Software angeschlossen waren: die Media Center Edition. Der Stand bot etwas, was es auf der Cebit nicht so häufig gibt: bequeme Sitzplätze. Nebenher konnte man sogar ungestört fernsehen.
Microsofts Cebit-Teilnahme im kommenden Jahr scheint nun zwar gesichert, die von Nortel Networks und Alcatel hingegen weniger. Alcatel wolle genau überlegen, ob Aufwand und Nutzen bei einem Cebit-Auftritt in einem gesunden Verhältnis stünden, meldet das "Handelsblatt". Auch der kanadische Konkurrent Nortel prüfe, ob er in Hannover vertreten sein werde. Das Softwarehauses Peoplesoft hatte sein Kommen bereits abgesagt. Der Computerhersteller Apple glänzt schon seit einigen Jahren auf der Cebit durch Abwesenheit und setzt stattdessen auf eigene, selbst veranstaltete Events, um neue Produkte vorzustellen.