Cebit-Devotionalien: "Bei Schnee gehen Schals ganz gut" - DER SPIEGEL
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Cebit-Devotionalien "Bei Schnee gehen Schals ganz gut"

Für die Cebit-Besucher, die in den überfüllten Hallen nicht genügend Werbegeschenke abgreifen konnten, hat sich die Messegesellschaft in diesem Jahr etwas besonderes einfallen lassen. Tassen, T-Shirts und andere Cebit-Devotionalien gibt es erstmals auch zu kaufen. Ein Erfahrungsbericht.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hannover - "Red selection" heißt das Sammelsurium von insgesamt zwölf verschiedenen Messemitbringseln, die alle - der Name lässt es vermuten - in einem knalligen Rot gehalten. Insgesamt zehn verschiedene Cebit-Shops auf dem Messegelände versuchen in diesem Jahr zum ersten Mal, die "exklusive Linie" - so die Eigenwerbung der Messegesellschaft - an den Mann zu bringen. Sollte ich da auch zuschlagen?

Cebit-Shop am Snack-Stand: Nichts für Ästheten

Für eine besonders aparte und exklusive Präsentation der Produkte hat man sich zum Beispiel in Halle fünf entschieden. Hier werden die Cebit-Goodies in einer Vitrine am Snackstand ausgestellt und verkauft. Nichts für Ästheten.

Zwischen Schlange stehenden Managern und Bratwurst kauenden Nachwuchs-IT-Fachkräften fällt eine Entscheidung schwer. Sollte ich mein Geld lieber für das exklusive Sweat-Shirt (44 Mark) oder die schicke Optische Maus ohne Kugel (119 Mark) anlegen?

"Die Maus werden wir eigentlich kaum los", sagt die freundliche Verkaufsberaterin Silke. Sollte ich da vielleicht aus Mitleid...

Nein, besser nicht, denn der Microsoft Intelli Mouse Explorer sollte eigentlich schon für rund 100 Mark im Handel erhältlich sein. Und nur für das Cebit-Logo ganze 20 Mark Aufpreis... das ist die Sache nicht wert.

Vielleicht sollte ich bei der Kälte ja einen Schal kaufen? "Bei Schnee gehen Schals ganz gut weg", sagt Daniela im verglasten Cebit-Shop direkt vor der Messehalle fünf, wo neben den roten Messe-Produkten auch Kataloge und CD-ROMs zu finden sind.

Ein auffallender Mangel...

...an Kunden ist hier festzustellen, ebenso im Cebit-Shop vor Halle neun. Vor allem kurz vor Abend würde es meist voll, sagt Daniela ein wenig entschuldigend. Schlagen dann etwa all die Cebit-Besucher zu, die sich im Gedränge um die Werbegeschenke an den Ständen nicht durchsetzen konnten, und sich trotzdem nicht trauen, zu Hause nicht ohne Messe-Mitbringsel zu erscheinen?

Vielleicht. Daniela und ihre Kollegin Ulli wissen es auch nicht. Um die Mittagszeit ist es jedenfalls ziemlich leer.

An den Schlechtwettertagen am Wochenende habe es aber einen kleinen Ansturm auch Regenschirme (24 oder 36 Mark) und Schals (29 Mark) gegeben, berichten mehrere Souvenir-Verkäufer übereinstimmend. "So zwanzig bis dreißig Schals habe ich bis jetzt verkauft", sagt Daniela. Das klingt doch schon mal ganz gut.

Vielleicht sollte ich mich ja für einen der Schafwoll-Halswärmer entscheiden. Meinem entzündeten Hals würde das sicherlich gut tun, und zu Hause hätte ich was zum Vorzeigen. Oder ich mache es wie die Mehrzahl derjenigen, die im Cebit-Shop zuschlagen: "Die kaufen ein Feuerzeug oder eine Tasse und das war´s."

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