Cebit Q&A Jamiri, Festplattenmaler und Iridium-Handys
SPIEGEL ONLINE:
Welche Geräte haben Ihr Leben in den letzten Jahren am nachhaltigsten verändert?
Jan-Michael Richter: Wacom Interactive Pen Displays, weil die Dinger dafür sorgen, dass man wie früher einfach auf einen Bildgrund malen kann. Man merkt nicht, dass es nicht echt ist. Sondern bloß virtuell. So ist virtuelle Realität plötzlich zumindest ergonomisch nicht mehr virtuelle Realität, sondern schlicht Wirklichkeit. Ich male faktisch direkt auf die Festplatte.
SPIEGEL ONLINE: Und welche technische Erfindung hat Sie persönlich am meisten enttäuscht?
Richter: Ich wollte neulich meine neue Amex-Kreditkarte freischalten lassen und sah mich am Telefon mit einer reichlich gönnerhaften Maschinenfrau konfrontiert, die meine gebetsmühlenhaft glasklar artiklulierte Kartennummer auch nach dem xten Versuch mit "Ihre Eingabe ist nicht korrekt" quittierte. Wir kamen nicht weiter. Ich bin jetzt kein Amex-Kunde mehr.
SPIEGEL ONLINE: Stellen Sie sich vor, Sie erlitten Schiffbruch auf einer Insel mit perfekter Stromversorgung: Welches Gerät hätten Sie in der Tasche, um die Wartezeit zu überbrücken?
Richter: Ein Iridium-Handy. Damit die Wartezeit nicht so lange ausfällt.
SPIEGEL ONLINE: Von welchem aktuellen Gerät könnten Sie sich vorstellen, es in näherer Zukunft zu kaufen?
Richter: Ein Klangfeld-Synthese-Kit fürs Wohnzimmer. Sobald es bezahlbar und am besten kabellos ist.
SPIEGEL ONLINE: Welches Technik-Thema wird Ihrer Meinung nach überbewertet?
Richter: Die Aversion eingefleischter Macianer gegen Intel-Prozessoren war, beziehungsweise ist lächerlich. Aber das ist eigentlich kein Technik-Thema.
SPIEGEL ONLINE: Welches technische Gerät sollte die Industrie Ihrer Meinung nach unbedingt noch entwickeln?
Richter: Ein 5-Megapixel-iPod-Fotohandy. Weil ich nie verstanden habe, warum man mit einem iPod ausgerechnet nicht telefonieren kann.