Kostenloskultur Das gibt es gerade im Netz geschenkt
1. Snowden in Nahaufnahme: "Citizenfour"
"Citizenfour": Snowden-Dokumentation kostenlos in der ARD-Mediathek
Foto: ARD"I am not the story here", sagt Edward Snowden vor der Kamera. "Ich bin hier nicht die Geschichte." Trotzdem handelt der Film "Citizenfour" vor allem von ihm. Die Oscar-prämierte Dokumentation ist noch bis zum 30. November in der ARD-Mediathek zu sehen .
Zu Beginn zeigt die Doku den geflüchteten US-Whistleblower 2013 in einem Hotel in Hongkong. Bei ihm sind die Dokumentarfilmerin Laura Poitras und der Journalist Glenn Greenwald. Kein anderer Film lässt den Zuschauer so nah heran an Snowden, dessen Dokumente den Überwachungsskandal rund um die NSA auslösten.
Mal wirkt "Citizenfour" wie ein Geheimdienstkrimi, mal ist er das etwas langatmige Porträt eines Mannes, der sich tagelang im Hotel versteckt - und nicht genau weiß, wie es weitergehen soll. Eine ausführliche Besprechung lesen Sie hier.
2. Krimi-Klamauk: "NTSF:SD:SUV"
Kommandiert eine Chaostruppe: Kate Mulgrew als Kove (links)
Foto: Tele 5Es sieht aus wie Trash-TV, ist aber eine geniale Parodie auf US-amerikanische Krimi-Serien: Die Serie "NTSF:SD:SUV" macht sich schonungslos über TV-Produktionen wie "CSI" oder "Navy CIS" lustig.
Im Mittelpunkt steht eine Spezialeinheit mit der unsinnigen Bezeichnung "National Terrorism Strike Force: San Diego: Sports Utility Vehicle". In ihrem ersten Fall werden die Ermittler zur Hilfe gerufen, weil ein neuer Energydrink ahnungslose Studenten zum Explodieren bringt.
Der Klamauk wirkt wie eine moderne Version von Klassikern wie "Police Squad" und "Die nackte Kanone", in denen Leslie Nielsen die US-Krimis der Achtiger- und frühen Neunzigerjahre parodierte. Einige Zuschauer werden Chefermittlerin Kove (Kate Mulgrew) aus ihrer Rolle als Captain Janeway in der Serie "Star Trek: Raumschiff Voyager" kennen.
Tele 5 zeigt ab 27. November jede Woche jeweils drei Folgen der Serie am Stück. Sie sind danach jeweils eine Woche lang in der Mediathek abrufbar . Einige englischsprachige Episoden gibt es auf der Website des US-Senders "Adult Swim" zu sehen.
3. Nervöse Finger: Spiele-App "Fast like a Fox"
Screenshot von "Fast like a Fox": Die Finger trommeln, der Fuchs rennt
Foto: Fingersoft"Fast like a Fox" ist das Spiel für alle, die ihre Finger nicht gern still halten. Um den kleinen Fuchs der Spiele-App über den Bildschirm rennen zu lassen, muss der Spieler nämlich mit den Fingern auf die Rückseite seines Smartphones trommeln. Je schneller er trommelt, desto schneller saust der Fuchs verschneite Hügel hinauf - und gleitet wie auf einer Rutschbahn wieder hinunter.
Für die ungewöhnliche Steuerung nimmt die App den Bewegungssensor zur Hilfe. Wer will, kann sein Smartphone also auch schütteln, um dem Fuchs Beine zu machen. Gewinnen lässt sich das Spiel damit aber nicht, denn der Spieler muss auch im richtigen Augenblick auf den Bildschirm tippen, um den Fuchs über tödliche Schluchten springen zu lassen.
Ein paar Runden genügen, um sich an die Steuerung zu gewöhnen. Am besten ist es, das Smartphone locker in beide Hände zu legen und nur mit den Fingern einer Hand zu trommeln. Wer nicht will, dass die Gratis-App automatisch anonyme Spielstatistiken erfasst, kann die entsprechende Funktion im Einstellungsmenü abschalten.
4. "Cinema Perverso": Es lebe der Trash
Szene aus "Cinema Perverso": Kampf der Plastikroboter
Foto: Arte"Dieser Film wurde mit einem ungeheuren Aufwand gedreht!", heißt es ironisch zu Beginn der Doku "Cinema Perverso". Das Intro zeigt fliegende Ninjas, barbusige Cowgirls und explodierende Autos - Ausschnitte aus Trash- und Schmuddelfilmen, die ab den Sechzigerjahren in deutschen Bahnhofskinos zu sehen waren.
"Cinema Perverso" ist eine Hommage an diese Filme, die Titel trugen wie "Der Totenchor der Knochenmänner" oder "Die nackten Superhexen vom Rio Amore". Vor allem die skurrilen Filmausschnitte machen die Doku besonders - die eingestreuten Kommentare von Prominenten wie Ben Becker oder Christian Anders wirken dagegen eher wie Lückenfüller.
"Cinema Perverso" ist ab 18 Jahren freigegeben und bis 29. Januar in der Arte-Mediathek abrufbar . Noch mehr Filmclips aus dem Bahnhofskino gibt es bis 2018 in der Rubrik "Arte Creative" zu sehen .
5. Der Facebook-Papa: Hörspiel "Nicks Baby"
Nick hat kein Baby, er hat nicht einmal eine Freundin. Trotzdem wird der Protagonist des SWR-Hörspiels "Nicks Baby" plötzlich Papa, jedenfalls auf Facebook. Dort hat nämlich jemand das Foto seines Patenkindes gepostet, und alle Facebook-Freunde halten Nick für den Vater.
Das Hörspiel entstand in diesem Jahr, Nicks vermeintliche Jugendsprache klingt etwas älter. Der arbeitslose Journalist Nick sagt hölzerne Dinge wie: "Hm, das gibt's ja nicht. Sechs Kommentare zu einem Bild von mir. Das ist ja cool." Und die im Hörspiel verwendeten Systemsounds gehören zum ausgedienten Betriebssystem Windows XP.
Die angestaubte, aber kurzweilige Hörspielkomödie ist in der ARD-Mediathek zu hören und lässt sich auf der Podcast-Seite von "SWR Tandem" kostenlos herunterladen .
Nichts gefunden? Diese Tipps gab es vergangene Woche:
Kostenlos im Internet: "The Fall" und "Occupied" im Stream
Haben Sie im Netz kostenlose Angebote gefunden, die Sie mit den Lesern von SPIEGEL ONLINE teilen möchten? Das können neu verfügbare Filme, Alben, Apps und Spiele sein - oder alles, was sonst noch spannend ist. Schicken Sie einfach eine Mail an kostenloskultur@spiegel.de . Wir freuen uns auf Ihre Tipps.