Computersicherheit: Beliebte Mailingliste Full Disclosure schließt - DER SPIEGEL
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Computersicherheit Renommierte Mailing-Liste Full Disclosure schließt

Kurzfristiges Aus einer Nischen-Institution: Der Betreiber von Full Disclosure hat seine renommierte Mailing-Liste bis auf weiteres geschlossen. Die Liste war als Plattform zur schnellen Veröffentlichung von Sicherheitslücken bekannt geworden.
Screenshot von seclists.org: Archiv der Full-Disclosure-Mailingliste
Screenshot von seclists.org: Archiv der Full-Disclosure-Mailingliste

Screenshot von seclists.org: Archiv der Full-Disclosure-Mailingliste

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Die Mailing-Liste Full Disclosure steht vor dem Aus: Betreiber John Cartwright hat am Mittwoch die Schließung der Liste angekündigt. Seit Juli 2002 bot Cartwright IT-Sicherheitsexperten aus aller Welt eine locker moderierte Plattform, auf der sie sich unter anderem über Sicherheitslücken austauschen konnten. Häufig sei auf der Liste gegen den Willen der betroffenen Hersteller auf Schwachstellen hingewiesen worden, heißt es bei "Golem" . "Heise Online" schreibt, die Seite gelte als "Meilenstein innerhalb der Security-Community" .

Im Mai 2010 hatte Full Disclosure in der Tech-Presse Schlagzeilen gemacht, als ein Google-Forscher die Details zu einer Windows-Sicherheitslücke über die Liste bekanntmachte .

Trotz ihres hohen Ansehens in Fachkreisen scheint das Betreiben der Liste John Cartwright immer wieder Nerven gekostet zu haben. "Bis heute hatten wir alle Arten von Löschanfragen, dazu Anfragen, Dinge nicht zu löschen, und eine Vielzahl von juristischen Drohungen, berechtigte wie unberechtigte", schreibt er in der Ankündigung zum Listen-Aus . Das Fass zum Überlaufen gebracht habe letztlich aber ein Löschansinnen aus der Community: "Heute, nachdem ich ziemlich viel Zeit mit den Beschwerden einer speziellen Person (die ungenannt bleiben soll) verbracht habe, habe ich realisiert, dass ich genug habe."

Keine Ehre mehr unter Hackern

Unter den gegenwärtigen, rechtlichen Bedingungen werde es immer härter, ein offenes Forum zu moderieren, schreibt Cartwright weiter. Es gebe keine Ehre mehr unter Hackern, keine echte Community. Darauf habe er keine Lust mehr: "Ich setze den Service auf unbestimmte Zeit aus."

Die bisherige Full-Disclosure-Website  wurde bereits durch die neue Mitteilung Cartwrights ersetzt, auch das Listen-Archiv ist nicht mehr zugänglich. Nach wie vor existiert aber eine Reihe weiterer Mirror-Seiten, auf denen die in den zwölf Jahren Aktivität eingegangen E-Mails abgerufen werden können .

Ob sich eine klare Alternative zu Full Disclosure herauskristallisiert, wird sich zeigen. Andere Angebote wie Bugtraq seien entweder deutlich kleiner oder werden im Vergleich strenger moderiert, schreibt "Golem". 

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