Computerspiel: Trittin schlägt zurück - DER SPIEGEL
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Computerspiel Trittin schlägt zurück

Einst waren sie die Spaßpartei schlechthin, jetzt verstehen sie keinen Spaß mehr: Ein eher harmloses, bereits mehrere Monate altes Onlinespiel der Jungen Union hat den Zorn der Grünen auf sich gezogen.
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Berlin - Die Grünen-Bundestagsfraktion hat gegen die Junge Union Strafanzeige wegen des Internetspiels "Schwarzwild" gestellt. Der rechtspolitische Sprecher der Fraktion, Volker Beck, begründete den Strafantrag beim Landgericht Berlin am Donnerstag damit, dass das Spiel Gewalt verherrliche und Mitglieder der Bundesregierung "in strafrechtlich relevanter Art und Weise" verunglimpfe.

Bei dem Flash-Spiel geht es unter anderem darum, Politiker-Bildern mit einem virtuellen Vorschlaghammer auf den Kopf zu schlagen, woraufhin sie in einer Wiese vor dem Reichstag verschwinden. Das bringt bei Koalitionspolitikern Plus- und bei Unionspolitikern Minuspunkte ein. Wer Altkanzler Helmut Kohl trifft, bekommt den Hammer entzogen und zieht gleich in die nächste Runde ein. Motto: "Mich bekommt niemand klein."

Bundesumweltminister Jürgen Trittin hatte am Vortag im Bundestag das Spiel als Beispiel für die "Philisterhaftigkeit" der CDU angeführt. Wer den Grünen-Politiker in den Boden versenkt, bekommt - ebenso wie bei einem Schlag auf SPD-General Franz Müntefering - 1000 Punkte.

Damit nicht genug. Unter dem gut abgehangenen Kalauer "Tritt ihn!" darf der User im weiteren Verlauf des Onlinespiels dem Umweltminister in Moorhuhn-Manier ins Gesicht kicken. Die virtuelle Arbeit übernimmt dabei ein Foto des Bundeskanzlers, der per Mausklick das rechte Bein ausfährt.

Dass das Spiel bereits seit mehreren Monaten im Internet zu finden ist, stört die Grünen anscheinend nicht. Auch die kostenlose Werbung für den Online-Auftritt des Unions-Nachwuchses - und deren immerhin ansatzweise amüsante Aktion - wird offensichtlich in Kauf genommen.

Beobachter sehen den plötzlichen Grünen-Aktionismus in Zusammenhang mit der am Mittwoch gestarteten Gegenoffensive von Umweltminister Trittin: CDU-Abgeordnete hatten dem Politiker mangelnde Distanzierung von einem studentischen "Nachruf" auf den von RAF-Terroristen ermordeten Generalbundesanwalt Siegfried Buback vorgeworfen.