Computerspiele: Amazon plant eigene Spielekonsole - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Gegen PS4 und Xbox One Amazon plant angeblich Spielkonsole mit Android

Mit einer eigenen Spielkonsole will das Versandhaus Amazon bald angeblich Microsoft, Sony und Nintendo Konkurrenz machen. Darüber, was die Konsole technisch kann, wird noch gerätselt. Ein Prototyp aber soll schon einigen Spieleherstellern vorgeführt worden sein.
Amazon-Logo: Nach Kindles und Tablets bald auch eine Konsole?
Amazon-Logo: Nach Kindles und Tablets bald auch eine Konsole?

Amazon-Logo: Nach Kindles und Tablets bald auch eine Konsole?

Foto: LISI NIESNER/ REUTERS
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Verschiedenen Medienberichten zufolge will das Onlinekaufhaus Amazon noch in diesem Jahr in den Markt für Spielkonsolen einsteigen. Wie das Gaming-Portal "VG247" erfahren haben will, soll die geplante Konsole mit Android als Betriebssystem laufen und als direktes Konkurrenzprodukt zu Playstation 4, Xbox One und Wii U  lanciert werden.

Das Gerät werde den Download und das Streaming von Spielen, Musik, Filmen und TV-Serien erlauben, heißt es bei "VG247" weiter. Ein Ansatz, der sich mit dem Geschäftsmodell von Amazon decken würde.

Es habe bereits Treffen einiger Spieleentwickler mit Amazon gegeben. Dabei seien verschiedene populäre Android- und iOS-Spiele demonstriert worden. Der bei den Treffen verwendete Prototyp habe Ähnlichkeiten mit Sonys zur PSOne aufgehübschten PlayStation 1 aufgewiesen. Es sei aber wahrscheinlich, dass es vor der offiziellen Veröffentlichung noch erhebliche Änderungen an der Hardware geben werde. Als Hersteller wird der Amazon-Zulieferer Lab 126 genannt. Das Unternehmen fertigt auch die E-Book-Lesegeräte der Kindle-Reihe.

Fotostrecke

Ouya: Android-Konsole für 99 Dollar

Foto: ouya

Potentielle Kunden sollen beim Kauf der Amazon-Konsole nicht allzu tief in ihre Taschen greifen müssen. Dem Vernehmen nach ist für den US-Markt ein Preis von höchstens 300 Dollar (umgerechnet 220 Euro) geplant. Damit würde Amazon möglicherweise auf eine ähnliche Vermarktungsstrategie wie schon bei den Kindles setzen und seine Hardware quasi zum Selbstkostenpreis anbieten, um später mit dem Verkauf von Inhalten Gewinn zu machen.

Während "VG247" das Vorhaben mit Blick auf Amazons solide Kundenbasis von 200 Millionen Kunden optimistisch einschätzt, beurteilt "Engadget" die Gerüchte wesentlich nüchterner. 300 Dollar seien ein recht unwahrscheinlicher Preis, wenn Konkurrenzprodukte wie Apple TV oder die Streaming-Box Roku 3 so viel günstiger zu haben seien .

Außerdem sei die Nachfrage für Android-Konsolen wie Ouya oder Gamestick ziemlich mau, was breiten Raum für Skepsis gebe. "Geek" erwartet einen Erfolg nur dann, wenn die Amazon-Box die derzeit im Markt üblichen Standards erreichen kann. Features wie 1080p-Bilddarstellung seien dabei genauso wichtig wie die Unterstützung von großen Spieleentwicklern sowie ein Angebot von exklusiven, hochwertigen Spieletiteln .

Diese Einschätzung wird von "Gigaom" geteilt. Der "furchtbar hohe" Stückpreis von 300 Dollar sei nur gerechtfertigt, wenn sich Amazon profitable Titel sichern könne, die Hardcore-Gamer locken würden. Technisch müsse mindestens das von Sonys PS4 und Microsofts Xbox One vorgelegte Niveau erreicht werden. Daneben könnten exklusive, woanders nicht erhältliche Funktionen den Verkaufserfolg erhöhen .

meu