Datenkrieg: Nato fürchtet Cyber-Angriffe - DER SPIEGEL
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Datenkrieg Nato fürchtet Cyber-Angriffe

Der Nato-Chef für IT-Sicherheit nennt Cyber-Attacken und Online-Spionage eine große Gefahr für die globale Sicherheit - bei der Nato werde die Reaktion auf diese Bedrohung so ernsthaft diskutiert wie Raketenabwehr.
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Suleyman Anil, seit 2003 Leiter des Nato-Zentrums für IT-Sicherheit ( NCIRC-CC ), warnte beim E-Crime-Kongress in London vor Angriffen auf die Computersysteme und Datennetze in Nato-Mitgliedsstaaten. Der Guardian  zitiert Anil: "Cyber-Abwehr wird nun mit höchster Priorität diskutiert, gleichauf mit Raketenabwehr und der Sicherung der Energieversorgung."

Anil warnte in London vor Cyber-Angriffen, die nicht von Privatleuten, sondern von Spezialisten feindlicher Staaten ausgeführt werden könnten: "Es gibt Nationen, die nicht nur an der Verteidigung arbeiten, sondern Angriffs-Fähigkeiten haben - das gibt dem Thema eine neue Dimension."

Belege für solche Regierungs-Cracker sind allerdings aus den öffentlich bekannten Angriffen nicht eindeutig abzuleiten. Beispiele:

  • Im August 2007 berichtete der SPIEGEL , dass zahlreiche Computer in deutschen Bundesministerien mit Spionageprogrammen aus China infiziert waren. Die Angriffe gingen nach vertraulicher Einschätzung des Verfassungsschutzes wohl auf Hacker der chinesischen Volksbefreiungsarmee zurück. Die chinesische Botschaft in Berlin sprach dagegen auf Anfrage von einer "verantwortungslosen Spekulation ohne jede Beweisgrundlage".

  • Im November 2005 wurde bekannt, dass Monate lang eine aus China operierende Gruppe regelmäßig und offenbar erfolgreich militärische Einrichtungen in den USA angriff. 79.000 Versuche, in Regierungsrechner einzudringen, habe man im Jahr 2004 verzeichnet, berichteten Beamte der "Washington Post" damals. In 1300 Fällen sei es den Angreifern gelungen, tatsächlich einzudringen, allerdings in der Mehrzahl der Fälle nur in Computer aus der Kategorie "niedriges Risiko".

  • Ende April 2007 nahmen Hacker Estland unter Dauer-Beschuss, legten immer wieder Server lahm. Über die Urheber und Hintermänner der Angriffe entbrannte ein heftiger Streit. Der estnische Außenminister Urmas Paet hatte russische Regierungsorgane beschuldigt, Russland wies die Vorwürfe zurück - der Leiter der estnischen Organisation für Computersicherheit CERT bezweifelt gegenüber SPIEGEL ONLINE schon im Mai eine direkte Verantwortung der russischen Regierung und sah vor allem Privatleute am Werk. Im Januar wurde in Estland einer der Verursacher der DDoS-Attacken zu einer Geldstrafe von umgerechnet rund 1100 Euro verurteilt - es war ein 20-jähriger estnischer Student.

lis