Datenschutz: Nutzer verklagen Facebook wegen Mail-Analyse - DER SPIEGEL
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Datenschutz Nutzer verklagen Facebook wegen Mail-Analyse

In den USA haben zwei Nutzer das soziale Netzwerk Facebook verklagt. Ihr Vorwurf: Facebook durchforste die privaten Nachrichten der Mitglieder und analysiere die Inhalte. Der Konzern wehrt sich gegen die Vorwürfe.
Nimmt Facebook die privaten Nachrichten ihrer Nutzer unter die Lupe?
Nimmt Facebook die privaten Nachrichten ihrer Nutzer unter die Lupe?

Nimmt Facebook die privaten Nachrichten ihrer Nutzer unter die Lupe?

Foto: Jens Büttner/ picture alliance / dpa
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Zwei Facebook-Nutzer aus den USA haben das soziale Netzwerk Facebook verklagt. Die Kläger werfen dem Konzern vor, "systematisch die Privatsphäre der Nutzer zu verletzen". Laut Klageschrift (PDF)  liest der Konzern private Nachrichten ohne Zustimmung mit. Demnach analysiere Facebook die Direktnachrichten der Mitglieder, um mehr Informationen über privat geteilte Inhalte zu sammeln - und sie mit Werbekunden zu teilen. Vor allem Links auf externe Websites seien dabei interessant für Facebook.

Laut der Klageschrift werden beispielsweise Links in Facebook-Privatnachrichten als "Gefällt mir"-Klick auf eine Website gewertet. Einer der Kläger hat eine Testseite ins Netz gestellt, um nachzuweisen, dass die Botschaften mitgelesen werden. Zu Beginn habe die Testseite zwei "Gefällt mir"-Angaben gezählt. Nachdem der Kläger bei Facebook mehrere Direktnachrichten mit dem Link zur Testseite versandt habe, soll sich die Anzahl der "Gefällt mir"-Angaben der Website erhöht haben. In den Privatsphäre-Richtlinien von Facebook sei aber nirgendwo aufgeführt, dass Hyperlinks aus den privaten Nachrichten gezogen werden, um die Anzahl der "Gefällt mir"-Angaben einer Seite zu erhöhen.

Demnach sei es eine "ganz besonders profitable Gelegenheit" für Facebook, den Inhalt der privat gesendeten Nachrichten zu vermarkten. Denn die Nutzer fühlten sich unbeobachtet und teilten Informationen über sich, die sie nicht austauschen würden, wenn sie wüssten, dass sie beobachtet werden.

Der Konzern wehrt sich gegen die Behauptungen. Die Vorwürfe "entbehren jeglicher Grundlage", sagte ein Facebook-Sprecher SPIEGEL ONLINE. "Wir weisen die Vorwürfe klar zurück und werden uns entschieden dagegen zur Wehr setzen." Zudem heißt es von Seiten des Konzerns, dass die Privatsphäre der Nutzer respektiert werde, niemand lese irgendwelche privaten Nachrichten der Nutzer mit.

Dem Nachrichtenportal "Bloomberg"  zufolge ist das Ziel der Kläger, einen Gerichtsbeschluss zu erwirken, der alle Facebook-Nutzer für eine Sammelklage zulässt, die in den vergangenen zwei Jahren eine Privatnachricht mit einem Link verschickt oder empfangen haben. Außerdem fordern die Kläger, dass Facebook nicht mehr die privaten Nachrichten durchsuchen darf. Die Kläger fordern zudem Schadensersatz in Höhe von 10.000 Dollar je Kläger (umgerechnet derzeit etwa 7330 Euro).

jbr