DDoS-Attacken: Amazon, Google und Cloudflare melden bisher größte Überlastungsangriffe - DER SPIEGEL
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Attacke auf Konzernsysteme Amazon, Google und Cloudflare melden bisher größte Überlastungsangriffe

Mit Millionen Anfragen pro Sekunde legten sie die Server lahm: Ein technischer Fehler hat Angreifern eine enorme Internetattacke auf mehrere Techkonzerne ermöglicht. Bislang funktionierte die Abwehr offenbar.
Computertastatur (Symbolbild)
Computertastatur (Symbolbild)

Computertastatur (Symbolbild)

Foto: Fred Tanneau / AFP

Die Angriffe dauerten jeweils nur Minuten, aber sie brachten die Systeme von Internetkonzernen ins Wanken: Am 28. und 29. August zwangen Unbekannte die Server großer Internetunternehmen mit bis zu 398 Millionen sinnlosen Anfragen pro Sekunde sozusagen in die Knie. Doch erst jetzt haben Google, Amazon und Cloudflare erklärt, was sich da vor sechs Wochen ereignet hat.

Google bezeichnet die Attacke in einem Blogpost  als »den bisher größten DDoS-Angriff«. Das Kürzel steht für »Distributed Denial of Service«, zu Deutsch kurz: Überlastungsangriff. Denn genau das ist es, was die Angriffe zu bezwecken versuchen: Indem sie viele Computer gleichzeitig eine Vielzahl von Anfragen an einen Internetserver stellen lassen, versuchen sie, diesen Server zu überlasten und auf diese Weise sozusagen aus dem Netz zu kegeln. Wird ein System auf diese Weise angegriffen, ist es für seine Nutzer nicht mehr erreichbar oder zumindest sehr langsam, weil es all seine Ressourcen benötigt, um die vielen unsinnigen Anfragen der Angreifer zu bearbeiten. Welche Kunden von Google der Angriff betraf, geht aus dem Blogpost nicht hervor.

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Die Täter nutzen für solche Angriffe in der Regel sogenannte Botnetze. Das sind virtuelle Verbünde von Computern, die von den Angreifern gekapert und für ihre Zwecke manipuliert worden sind – oft, ohne dass deren Besitzerinnen und Besitzer es bemerken. Botnetze können aus Desktop-Computern bestehen, die mit einer Schadsoftware infiziert worden sind, die den Angreifern Zugriff auf sie ermöglicht. Sie können aber auch aus anderen, mehr oder weniger smarten Geräten zusammengestellt werden, die weniger Rechenleistung haben, dafür aber auch leichter zu kapern sind. Vernetzte Überwachungskameras, Internetrouter und andere Smart-Home-Geräte  können als sogenannte Zombierechner zu solchen Botnets zusammengeschlossen werden.

Im vergangenen Jahr hatte Google den bis dahin größten Angriff dieser Art  abgewehrt. Mit 46 Millionen Anfragen pro Sekunde hatten Unbekannte damals einen Kunden des Google-Dienstes Cloud Armor angegriffen. Die nun registrierte Attacke war siebeneinhalb Mal intensiver, rechnet Google vor. Das entspräche der Gesamtzahl an Anfragen, die im Monat September an Wikipedia gestellt worden sind. Die Angreifer haben dafür eine Schwachstelle in einer relativ neuen Version des Internetprotokolls HTTP  ausgenutzt: in HTTP/2.

Amazon, Google und Cloudflare berichten übereinstimmend , dass ihre Systeme die Angriffe zwar abwehren konnten, sie seither aber immer wieder ähnliche Angriffe auf Internet-Infrastrukturunternehmen festgestellt haben. Cloudflare gibt sich besorgt, weil diese Angriffe von einem Botnet ausgingen, das aus »nur 20.000 Maschinen« besteht . Andere Botnets bestehen indes aus Hunderttausenden oder Millionen von Rechnern.

Die amerikanische Cybersicherheitsbehörde CISA hat umgehend eine Warnung an Unternehmen herausgegeben, die Internetdienste nach dem HTTP/2-Protokoll anbieten. Sie ähnelt jenen Botschaften, die Smartphone-Hersteller an ihre Kunden richten, wenn sie gefährliche Sicherheitslücken gestopft haben: Installieren sie alle verfügbare Patches .

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mak