Dementi China hackt nicht
Eigentlich waren das ganz alte News, mit denen das Unternehmen Sans Institute Anfang der Woche an die Presse ging: Chinesische Cracker, behaupteten die IT-Sicherheitsexperten, seien in US-Regierungsserver eingedrungen. Das hatten Monate zuvor die betroffenen Behörden schon selbst öffentlich gemacht, und auch von Sans kamen erst kürzlich wieder Anmerkungen zum Thema. Doch nun setzte man noch eins drauf: Das Unternehmen outete weiter bestehende Sicherheitslücken - wohl nicht ganz uneigennützig, denn Sans hat entsprechende Sicherheitslösungen zu verkaufen.
Ganz nebenbei aber lieferten die IT-Experten auch Details über die Rückverfolgung der erwähnten chinesischen Cracker. Die hörten damit auf, ein diffuses Gerücht, eine nicht belegte Behauptung zu sein: Prompt folgte am Mittwoch ein Dementi aus Peking.
Qin Gang, einer der Sprecher des Außenministeriums, ging in einer morgendlichen Pressekonferenz auf die Vorwürfe ein. Diese entsprächen nicht den Tatsachen, weil Hacken in China ja verboten sei. Qin Gang: "Niemand kann das Internet für illegale Aktivitäten nutzen. Chinas Polizei befasst sich streng nach dem Gesetz mit Hacking und anderen Aktivitäten, die die soziale Ordnung stören."
Das Pentagon hatte schon vor Monaten auf fortdauernde Hack-Versuche gegen US-Regierungsrechner hingewiesen, bei denen die Angreifer zunächst nicht hatten identifiziert werden können. Im Rahmen der Konter-Hacking-Aktion gegen die "Titan Rain" getauften Angreifer versuchten amerikanische IT-Spezialisten, die Angriffe zurückzuverfolgen. Vor einigen Wochen hatte es von Seiten der US-Behörden unspezifische Verweise auf China gegeben, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen.
Die kennt angeblich auch Außenministeriumssprecher Qin Gang nicht: "Ich bin mir über die amerikanischen Vorwürfe nicht im Klaren. Wenn sie Beweise haben, sollten sie uns das mitteilen."