Der Durchbruch: GPS-System für orientierungslose Schluckspechte - DER SPIEGEL
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Der Durchbruch GPS-System für orientierungslose Schluckspechte

Das ist Hightech im wahrsten Sinne des Wortes: Englische Forscher wollen ein Armband-GPS-System erfunden haben, das Schluckspechte zielsicher von Kneipe zu Kneipe torkeln lässt. Endlich!
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Alljährlich versuchen Legionen eifriger Hightech-Tüftler, auf der Cebit ihre Waren schmackhaft zu machen. Wie oft aber steht man dann mit so einem bunten Plastikding in der Hand da und fragt sich, wozu man denn jetzt noch ein Diktiergerät braucht, mit dem man faxen, telefonieren und Fernseh gucken kann - vorausgesetzt, man hat gerade sein Mikroskop (mit eingebautem MP3-Player) dabei?

Dass man die Nachfrage nach vielen dieser Innovationen erst "wecken" muss, zeigt sich unter anderem daran, dass sie oftmals beim Beamen Richtung Ladenlokal verloren gehen und schnell vergessen werden: Allzu viel ist überflüssiges Zeug, für das es keinen Markt gibt. Frei nach dem Motto: Wir bauen, was machbar ist, und schauen dann, wozu man es gebrauchen kann.

Um all das braucht sich Henk Muller keine Sorgen zu machen. Der will ein Armband-GPS-System erfunden haben, mit dem es sich ganz prächtig von Kneipe zu Kneipe torkeln lässt. Per Spacheingabe fragt man nach dem nächsten Etablissement im Umkreis von vier Kilometern ("Wlllo getschen' jezz lang?") und soll seine Antwort per Piepston bekommen: Solange das Armband Ton gibt, torkelt man richtig.

Das ist phantastisch und funktioniert sogar, sagt der Erfinder, der seine Innovation in England und den USA schon getestet haben will. Eine Erfindung, für die es mit Sicherheit einen Markt gibt - und zahlreiche denkbare Zusatz-Mehrwerte, die man gesondert dazu verkaufen könnte: Wie wäre es beispielsweise mit einem "Welches Bier ist da im Ausschank?"-Modul, einem automatischen Taxi-Herbeiruf-GPRS-Sendeteil oder einer aufsteckbaren Digitalkamera für die Erinnerungsfilme, damit man am Morgen noch weiß, wo man abends war?

Auf der Cebit wird es wohl kaum schon zu einem GPS-gesteuerten Test-Torkeln kommen, aber da ist das ja auch nicht nötig: Trinkfreudige laufen einfach in der Gangmitte und lassen sich fallen oder heben einfach die Beine. Die Umstehenden tragen einen dann sicher mit und verhindern, dass man versehentlich in die Auslagen kippt. Wann und ob das innovative Alkoholiker-Gadget zu haben sein wird, ist ebenfalls nicht bekannt: Mag sein, dass all das eine Ente ist.

Sei's drum: Wenn, dann ist es eine schöne.

Frank Patalong

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