Deutscher Kindersoftwarepreis Durchmarsch der Sims
Dass die Sims ganz oben landen würden in der Gunst der Tommi-Kinderjury, damit konnte man rechnen: Gerade einmal zehn Tage hatte Electronic Arts gebraucht, die erste Million Exemplare zu verkaufen. Rund die Hälfte ging in Europa über die Ladentheken, denn auch hier warteten die Fans ungeduldig auf die Weiterentwicklung des erfolgreichsten Spiels aller Zeiten. Und viele dieser Fans sind Kinder - auch wenn "Sims 2" kein reines Kinderspiel ist.
Die zehn Kinder, die über die ZDF-Kindersendung tivi in diesem Jahr in die Tommi-Jury rückten, konnten sich darüber freuen, zu den Ersten zu gehören, die die Sims in die Hände bekamen. Die Lebens-Simulation stach bei ihnen die gesamte Konkurrenz aus, die Jury belohnte die Sims 2 in diesem Jahr mit dem Goldenen Tommi.
Der Tommi in Silber
Auch auf dem zweiten Platz folgt ein alter Bekannter: Bereits zum achten Mal brachte Terzio in diesem Jahr eine Edutainment-Software unter dem Label von "Löwenzahn" heraus. Anders als bei vielen anderen "x-ten Teilen" ist und bleibt das Konzept der Softwarereihe solide und interessant und ganz nah dran am Geist der beliebten TV-Serie.
Sowas würde man in der Welt der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender "programmbegleitend" nennen, denn auch auf der CD-Rom steht Peter Lustig nicht nur drauf, er ist auch drin. Die Kinderjury fand das gut - und verlieh "Löwenzahn 8" den Silbernen Tommi.
Freuen dürfte das nicht zuletzt Terzio-Chef Ralph Möllers, denn die Erfolgsgeschichte seines Kindersoftware-Verlages hatte 1997 eben mit der Löwenzahn-Reihe ihren Anfang genommen. Heute saß er bei der Tommi-Verleihung auf der Frankfurter Buchmesse bereits zum dritten Mal mit auf dem Siegertreppchen: In den letzten beiden Jahren hatten seine Produktionen "Fritz und Fertig" sowie "Zahlenteufel" jeweils den ersten Preis geholt.
Der dritte Preis: Trackmania
Auf Silber folgt Bronze, und mehr Preise gibt es beim Tommi auch nicht zu gewinnen. Den dritten Ehrenplatz belegt in diesem Jahr ein Rennspiel der cleveren Sorte: "Trackmania" verlangt mehr vom Spieler, als nur mit eisernen Nerven möglichst schnell im Kreis zu fahren. Das Spaß-Spielchen kitzelt anders als andere zumindest die Kreativität des minderjährigen Schumi-Verschnittes, denn vor dem Rennen darf der sich erst einmal die Rennbahn bauen. Je "abgefahrener" die ausfällt, desto mehr Freude kommt auf - ein Konzept, das auch die Kinderjury überzeugte.
Der Tommi wird seit 2002 vom Büro für Kindermedien in Berlin in Kooperation mit der Elternzeitschrift "spielen & lernen" ausgerichtet. Unterstützt wird der Preis vom Deutschen Kinderhilfswerk und der ZDF-Kindersendung tivi. Der Tommi, erklärt Mitorganisator Thomas Feibel, ist angetreten, um echte Qualität auf dem Kindersoftwaremarkt auszuzeichnen, ohne "inflationär" Auszeichnungen zu vergeben.
Als einziger Preis setzt er dabei auf einen zweistufigen Auswahlprozess: Zunächst wählt eine Fachjury aus den Neuerscheinungen des Jahres zehn Nomminierungen aus. Das letzte Wort aber hat beim Tommi eine Jury, in der Kinder bis zu 12 Jahren sitzen.
Frank Patalong