Gefälschte Jobangebote Nordkoreanische Hacker nahmen Rüstungskonzern Diehl ins Visier
Lenkflugkörper Iris-T von Diehl: Das BSI weiß von weiteren betroffenen Organisationen
Foto: Ulrich Baumgarten / picture allianceNordkoreanische Hacker in Staatsdiensten haben den Rüstungskonzern Diehl Defence angegriffen. Forscher des US-Sicherheitsunternehmens Mandiant, einer Google-Tochter, entdeckten und analysierten die Operation. Demnach haben Hacker der zuletzt sehr aktiven Gruppe »Kimsuky« versucht, Diehl-Mitarbeiter mittels gefälschter und vermeintlich lukrativer Jobangebote amerikanischer Rüstungsanbieter zu überlisten. Ihr Plan: Wer das gefälschte PDF anklickte, würde seinen Rechner über ebenfalls gefakte Internetadressen mit Schadsoftware infizieren – um dann ausspioniert werden zu können.
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Ihren Angriffsserver versteckten die Hacker hinter einer Adresse mit dem Namensbestandteil »Uberlingen«, nach dem Firmenstandort Überlingen von Diehl Defence am Bodensee. Auf dem Server fanden sich zudem authentisch wirkende, deutschsprachige Login-Seiten, die ähnlich anmuteten wie die der Telekom und des E-Mail-Anbieters GMX. So wollten die Angreifer offenbar an Anmeldedaten deutscher Nutzer gelangen.
Die Hacker hätten im Vorfeld ausgiebig über die deutschen Gegebenheiten recherchiert, sagt der Mandiant-Nordkorea-Spezialist Michael Barnhart, der ihre Suchanfragen teils nachvollziehen konnte.
Verfassungsschutz warnte vor nordkoreanischen Cyberangriffen
Diehl Defence stellt unter anderem die Lenkflugkörper Iris-T her, mit denen das südkoreanische Militär seine neuesten Kampfjets des Typs KF-21 bestückt. Im Frühjahr vermeldete Diehl den ersten erfolgreichen Testschuss.
Das Unternehmen teilte auf Anfrage lediglich mit, man wappne sich »allgemein gegen alle Bedrohungen in der aktuellen Sicherheitssituation«. Für das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bestätigte ein Sprecher, man beobachte eine »Deutschland-Kampagne« von Kimsuky, die in Fachkreisen auch als »APT43« berüchtigt sind. Die verdächtigen Netzadressen des Angriffsservers seien der Behörde seit Mai bekannt. Bei dem Rüstungsunternehmen handle es sich nicht um das einzige Ziel: »Dem BSI sind weitere Organisationen in Deutschland bekannt, die von der aktuellen Kampagne betroffen sind.«
Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte erst im Februar vor nordkoreanischen Cyberangriffen auf die globale Rüstungsindustrie gewarnt , 2023 hatte es bereits auf die Gefahren durch Kimsuky hingewiesen.