Brummton gegen Filmkopien Digitales Wasserzeichen schaltet Blu-ray-Player ab
Blu-rays: Brummton in der Datei, Player schaltet sich ab?
Foto: JUSTIN SULLIVAN/ AFPAmerikas Filmstudios setzen eine neue Technik gegen die Verbreitung von Raubkopien ein. Mit Hilfe der Anti-Pirateriefirma Verance Corp. werden in Filmen sogenannte Audio-Wasserzeichen platziert. Während das Digitalsignal für den Kinozuschauer unhörbar ist, wird es unweigerlich auch vom einfachsten Mikrophon mit aufgezeichnet. Damit soll die Praxis des Abfilmens von neuen Kinofilmen unterbunden werden, die schon kurz nach dem Start in den einschlägigen Tauschbörsen landen.
Wie das "Wall Street Journal" ("WSJ") berichtet (kostenpflichtiger Link), wurden bereits 2012 mehr als die Hälfte der 50 erfolgreichsten Kinofilme mit Audio-Wasserzeichen versehen. Das Brummen soll beim anschließenden Ansehen unangenehm auffallen, aber noch weitere Auswirkungen haben: Wer sich eine der illegalen Kopien, die mit Camcorder oder Handy abgefilmt wurden, auf seinem heimischen Blu-ray-Player ansehen will, könnte bald auf technische Schwierigkeiten stoßen.
Der mit aufgenommene Ton signalisiert dem Player dann, dass es sich um eine Raubkopie handelt. Gleiches gilt für den Fall, dass der Film von einer Blu-ray-Disc auf eine andere überspielt wurde. Die Folge: Das Video bricht nach 20 Minuten ab. Dieser Versatz wurde gewählt, so das "WSJ", weil Forschung gezeigt hätte, dass die Zuschauer zu diesem Zeitpunkt schon so ins Filmgeschehen vertieft sind, dass sie mit größerer Wahrscheinlichkeit dazu bereit seien, den Film regulär zu kaufen. Wird der raubkopierte Film noch in Kino gezeigt, würden auf dem Bildschirm Optionen zum Film-Kauf oder Kinobesuch angezeigt. Während diese Technologie für mehr als 100 Millionen Blu-ray-Player schon einsetzbar ist, existiert für DVD-Player keine entsprechende Version.
Ob sich Internetnutzer ihre aus dem Netz gezogenen Raubkopien allerdings tatsächlich auf dem Umweg über einen Blu-ray-Player ansehen, ist fraglich.
Im Bereich des legalen Filmkonsums dagegen dominieren zumindest in Deutschland nach wie vor Datenträger den Markt. Laut dem Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV) beträgt der Umsatzanteil für Filme auf Datenträgern 90,4 Prozent, nur 9,6 Prozent wurden mit Online-Vertrieb erwirtschaftet . Insgesamt habe die Branche im ersten Halbjahr 2013 knapp 800 Millionen Euro umgesetzt und damit eine Bestmarke erreicht. Ob diese Datenträger-Dominanz anhalten wird, ist mittelfristig jedoch zweifelhaft. "Quartz" macht darauf aufmerksam, dass Amerikaner 2012 mehr Filme online als auf DVD oder sonstigen physischen Formaten angesehen haben.