Dog Shaming wird auf Tumblr zum Mem - DER SPIEGEL
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Internet-Pranger: Schambolzen mit Hundeblick

Foto: "@rileycoyote"

Internet-Pranger für Tiere Schambolzen mit Hundeblick

Sie schauen unschuldig in die Kamera, dabei haben sie allen Grund, sich zu schämen: Das Internet-Blog "Dog Shaming" sammelt Fotos von Hunden, die Zweifel daran aufkommen lassen, wie eng die Beziehung zwischen Mensch und Tier überhaupt sein kann.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Vielleicht haben die Hunde uns gezielt getäuscht. Jahrelang haben sie uns glauben lassen, sie seien unsere und wir ihre besten Freunde. Doch dann haben wir mit aller Kraft ausgeholt und das Stöckchen so weit geschmissen, wie wir nur konnten - doch der Hund zeigte einfach keine Regung. Wenn es gut lief, bellte er kurz, das war es dann aber auch. Später versicherten wir, dass sie nur spielen wollen, mussten aber mit ansehen, wie sie verunsicherte Rentner anbellten, bis diese doch lieber präventiv die Straßenseite wechselten. Langsam aber sicher erhärtet sich der Verdacht: So gut versteht man sich dann doch nicht, die Freundschaft war einseitig.

Bild für Bild fliegt dieser Betrug jetzt auf, und kein Hundeblick kann daran etwas ändern. Auf dem Tumblelog Dog Shaming  werden seit kurzer Zeit Fotos von Hunden veröffentlicht, die ihre Besitzer maßlos enttäuscht haben. Warum es genau zum Vertrauensbruch gekommen ist, steht auf einem weißen Blatt geschrieben, das praktischerweise gleich mitfotografiert wurde. Damit ist die Beweislage eindeutig, die Hunde überführt.

Mal wurde eine Waldmaus umgebracht , mal sich auf einem Kissen erleichtert , und ein anderes Mal wurden unschuldige Kleinkinder gemobbt . Das sind nur drei von vielen Gründen. Und das, obwohl die Seite strikte Regularien hat, wie die Bilder aussehen müssen, damit sie gezeigt werden. Rechtschreibfehler sind ein No-go, und auch Links dürfen nicht geschickt werden. Trotzdem sind mittlerweile knapp hundert Fälle von menschlicher Enttäuschung online dokumentiert. Was eine Katze  auf der Seite zu suchen hat, konnte nicht geklärt werden.

Ein enttäuschtes Frauchen findet klare Worte für das Fehlverhalten ihrer beiden Kläffer: "Wir haben ihnen immer nur das feinste Hundefutter gekauft, das stets viel köstlicher war als das, was wir uns selbst gegönnt haben. Und wie bedanken sie sich? Indem sie unsere Bücher zerbeißen. Na dann, schönen Dank auch."

Zu den Vorwürfen wollte sich gegenüber SPIEGEL ONLINE keiner der Hunde äußern.

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