Drohende Zerschlagung: Microsoft will Opfer bringen - DER SPIEGEL
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Drohende Zerschlagung Microsoft will Opfer bringen

Um die Aufteilung des Konzerns abzuwenden, will Microsoft der US-Justiz einen Kompromiss vorschlagen. Unter anderem bietet der Softwareriese an, den bislang geheim gehaltenen Programmcode seines Betriebssystems Windows offen zu legen.
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Washington - Die Vorschläge sollen am Mittwoch dem zuständigen Richter Thomas Penfield Jackson übergeben werden, berichtete die "Washington Post" am Sonntag unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Microsoft wolle Mittel aufzeigen, dem Urteil des Gerichtes zu entsprechen, ohne den Konzern aufzuteilen.

Microsoft will demnach eine Version des Betriebssystems Windows anbieten, die weniger stark mit der eigenen Internet-Zugangssoftware verknüpft ist. Außerdem wolle das Unternehmen Computerherstellern größere Freiheiten zur Installation von Konkurrenzsoftware geben und keine Verträge mehr mit PC-Produzenten eingehen, die ihm Vorteile gegenüber anderen Softwareherstellern einräumen.

Nach dem Vorschlag müsste Microsoft außerdem anderen Softwarefirmen Zugang zu Teilen des bislang geheim gehaltenen Programmcode des Windows-Betriebssystems gewähren, was die Entwicklung von Zusatzsoftware unabhängiger Hersteller erleichtern würde.

Richter Jackson hatte Microsoft im April wegen wettbewerbsfeindlichen Verhaltens und schwerer Verstöße gegen das Kartellrecht verurteilt. Über die daraus folgenden Auflagen muss noch entschieden werden. Das Bundesjustizministerium und 17 Bundesstaaten verlangen die Zerschlagung des Unternehmens von Bill Gates in zwei unabhängige Firmen, von denen die eine für Betriebssysteme und die andere für Internet-Zugangssoftware und andere Produkte zuständig sein soll.