DSL-Modem, Spear Phishing, "Wing Commander" - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Modem-Virus, Cyberangriff, FarmVille-Brettspiel

Heute im Netzwelt-Ticker: Kriminelle haben monatelang eine Schwachstelle brasilianischer Modems genutzt; Cyberangriff aufs Weiße Haus endet glimpflich; neues Spiel vom "Wing-Commander"-Macher.
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Millionen brasilianischer Internetnutzer sind Opfer eines besonders cleveren Angriffs von Cyberkriminellen geworden. Die russische Softwarefirma Kaspersky berichtet, dass Kriminelle eine Schwachstelle bestimmter DSL-Modems  nutzten, um arglose Surfer auf Betrugsseiten umzuleiten.

Eine Sicherheitslücke in der Modem-Firmware ermöglichte es den Kriminellen mindestens seit Anfang 2011, die Kontrolle über zahlreiche Geräte zu übernehmen. Sie knackten das Passwort, manipulierten Einstellungen und legten anschließend ein neues Passwort fest, so dass Laien gar nicht mehr die Konfiguration aufrufen konnten. Die manipulierten Modems leiteten die Nutzer auf Websites um, die dann wiederum die Rechner infizierten.

In einem ausführlichen Blogpost zu dem Thema kritisiert Kaspersky-Sicherheitsexperte Fabio Assolini   die Modemhersteller und Internetprovider. Sie haben seiner Ansicht nach viel zu spät auf die Sicherheitslücke reagiert: Bis zum März 2012 waren bereits 4,5 Millionen Modems betroffen. Assolini findet aber auch, dass sich viele Nutzer zu wenig für Firmware-Updates interessieren.

Anfällig für die Angriffe waren laut Kaspersky Geräte von sechs Herstellern, darunter einige, die zu den meistverbreiteten in Brasilien zählen.

Spähpost fürs Weiße Haus

Gegen Cyberattacken mussten sich jüngst auch die IT-Experten des Weißen Hauses wehren. Die konservative Nachrichtenseite Free Beacon hatte am Sonntag über einen angeblich erfolgreichen Angriff chinesischer Hacker  berichtet. Das Weiße Haus bestätigte am Montag, dass es eine Attacke gab , äußerte sich jedoch nicht zu deren Herkunft. Daten sollen dabei nicht gestohlen worden sein, man habe den Angriff frühzeitig bemerkt.

Übereinstimmenden Berichten zufolge handelte es sich um einen Spear Phishing-Angriff. Eine solche Spähattacke ist auf das Opfer zugeschnitten, etwa in Form gefälschter E-Mails. 2009 hatten Mitarbeiter des US-Außenministeriums beispielsweise Nachrichten mit der Betreffzeile "China and Climate Change" erhalten, angeblich von einem bekannten Wirtschaftskolumnisten. Im Anhang befand sich jedoch ein PDF, das einen Schnüffelcode enthielt.

Auch das deutsche Innenministerium berichtete Ende 2010 von koordinierten Spear Phishing-Attacken. Viele der Angriffe werden chinesischen Hackern zugeschrieben. Die chinesische Regierung hat solche Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen; die Sprecher erläutern bei kritischen Fragen regelmäßig, die Justiz in China verfolge Hacker.

Auch das noch: