D-Link-Schwachstelle Angriffe auf Tausende DSL-Modems in Deutschland
DSL-Modem (Symbolbild): Die Schwachstelle ist wohl schon länger bekannt
Foto: Rolf Vennenbernd/ picture alliance / dpaDer Elektronikkonzern D-Link hat am Freitag die Kunden vor einer Sicherheitslücke in DSL-Modems gewarnt und parallel ein Firmware-Update veröffentlicht. Der Patch für die Geräte mit der Bezeichnung DSL-321B soll verhindern, dass Angreifer über das Internet auf das Gerät zugreifen können. Eine Schwachstelle, die dem Hersteller wohl schon länger bekannt ist. "Heise" zufolge liegt das Update schon seit mehreren Monaten in der Schublade der Entwickler. Der Anlass für die Veröffentlichung ist eine Serie von Angriffen auf die Geräte zu Beginn dieser Woche.
Laut "Heise" hatten sich Unbekannte in der Nacht zum Dienstag den Zugriff auf mehrere DSL-Modems von D-Link verschafft und die Adressen der DNS-Server verändert. Mit dieser Methode könnten die Täter den Internetverkehr des Nutzers ausgespäht und etwa Zugriffe auf Bankkonten manipuliert haben. Betroffen war von den Angriffen vor allem eine Restaurantkette, die in ihren Filialen in Deutschland und Österreich insgesamt 19 dieser Geräte einsetzt.
Allerdings sollten auch Privatnutzer ihre Software aktualisieren. Es sind offenbar Tausende von Nutzern in Deutschland betroffen. Wer ein Modem DSL-321 der Z-Revision einsetzt, sollte dringend das Firmware-Update (Zip-Datei ) installieren.
Laut D-Link schaltet die Firmware 1.10 den Fernzugriff über eine externe Schnittstelle ab. Außerdem löse die Firmware ein Problem mit dem "Open DNS Resolver", der auf Anfragen aus dem Netz reagiert. "Sobald der Patch installiert ist, kann man nicht mehr über das Netz auf das Modem zugreifen", sagte Tarik Erdemir, D-Link-Produktmarketings-Chef für Deutschland und Österreich, gegenüber SPIEGEL ONLINE.
Geräte per Fernzugriff manipulierbar
Zunächst sei völlig unklar gewesen, wie Angreifer die Modems aus der Ferne kapern konnten. Zunächst hieß es von D-Link, es gebe keine Möglichkeit, die Geräte per Fernzugriff zu manipulieren. Ein Irrtum, wie sich herausstellte. Die Experten bei "Heise" hatten bei einer Stichprobe festgestellt, dass Tausende Modems über den Port 80 von außen erreichbar waren. Auch die Sicherheitsabfragen ließen sich umgehen und die Modems anschließend neu konfigurieren.
Kurios ist allerdings, dass der Patch wohl schon länger bereitliegt, aber bisher nicht veröffentlicht wurde. Anhand der letzten Änderungen an der Datei und der Versionsbezeichnung 20131127 im Dateinamen gehen die Experten bei "Heise" davon aus, dass das Update bereits seit November vergangenen Jahres fertig ist.