DVD-Beipacker Solide Unterhaltung in der Ferienpause
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"Strange Days"
, USA 1995. Regie: Kathryn Bigelow. Darsteller: Ralph Fiennes, Angela Basset, Juliette Lewis. FSK: 16 Jahre. Preis: 3,30 Euro.
Kurz bevor der Hauptdarsteller sich zum "Englischen Patienten" verwandelte, legte er in dem von James Cameron geschriebenen, furiosen Zukunftskrimi eine reife Leistung als Lenny Nero hin, einem abgehalfterten Ex-Cop und Dealer verbotener Cyber-Filmchen, von dem seine Umwelt nicht mehr viel erwartet.
Kurz bevor die große Millenniumsparty in L. A. zum Jahreswechsel 1999/2000 startet, fällt ihm eine Diskette mit brisantem Inhalt in die Hände. Gleichzeitig wird seine ehemalige Freundin von einem Serienmörder bedroht, der die Hirnströme abtastende Aufnahmetechnik der Cyber-Filme für Snuff-Videos missbraucht. Sowohl die Party als auch die übrigen Ereignisse bewegen sich unaufhaltsam ihrem grandiosen Höhepunkt entgegen. Intelligente, vielschichtige Story mit glänzender Besetzung und einem coolen Soundtrack: absolut sehenswert.
"Rumble in the Bronx", Hongkong, USA 1995. Regie: Stanley Tong. Darsteller: Jackie Chan, Anita Mui, Bill Tong. FSK: 16 Jahre. Preis: 3,30 Euro.
Jackie Chan, der menschliche Flummi aus Südostasien, hatte mit diesem Genre-Klassiker Mitte der neunziger Jahre endgültig Hollywood erreicht. Wie in den meisten seiner Filme steht auch hier die Welt der Dinge und ihre Begegnung mit dem Helden im Vordergrund der Handlung. Seine legendären Stunts, die immer vom Hauptdarsteller selbst geturnt werden, lassen eine absurde Akrobatik entstehen, deren magischem Trommelfeuer man sich kaum entziehen kann. Um dem Ganzen einen Orientierungsrahmen zu geben, beschützt Chan diesmal die junge Erbin eines kleinen Supermarktes vor bösen Erpresserbanden, die zum guten Schluss natürlich alle ihrer gerechten Strafe zugeführt werden. Pfeilschnelles Actionkino mit einem guten Schuss Humor und ohne belastende Botschaft.
"Femme Fatale", USA 2002. Regie: Brian De Palma. Darsteller: Rebecca Romijn-Stamos, Antonio Banderas, Peter Coyote. FSK: 16 Jahre.
und
"Lost in Space", USA 1998. Regie: Stephen Hopkins. Darsteller: Gery Oldman, William Hurt, Mimi Rogers. FSK: 12 Jahre. Preis 2,99 Euro.
Zum unschlagbaren Preis verspricht "SFT" zuerst prickelnde und anschließend spacige Unterhaltung im Doppelpack. Dafür werden zwei Filme in der wie üblich um alle nicht-deutschen Tonspuren abgespeckten, aber ansonsten technisch einwandfreien Version zusammengeworfen, die in den letzten Wochen auch schon als Beipacker der "Widescreen" zu haben waren. Dort findet man den mit Latino-Star Antonio Banderas als verliebten Fotografen besetzten Hochglanzkrimi "Femme Fatale" derzeit für zwei Euro mehr immer noch im Regal (siehe unten).
Das mit zahlreichen Effekten aufgepeppte Science-Fiction-Märchen "Lost in Space" hingegen war nur noch bis Anfang Juli auf der "Widescreen"-Scheibe und kann nun günstig nachgekauft werden. Die Kinoverfilmung der gleichnamigen TV-Serie um die im Weltraum verirrte Familie Robinson kommt von Anfang an schön technisch daher und gipfelt am Ende in einer verzwickten, aber immer noch leicht verstehbaren Raum-Zeit-Verwicklung. Tolle Raumschiffe, fiese kleine Aliens und pfiffige Astronautenanzüge trösten unterhaltsam über die leicht moralisierende Handlung hinweg.
"Faculty", USA 1998. Regie: Robert Rodriguez. Darsteller: Clea DuVall, Josh Hartnett, Elijah Wood. FSK: 16 Jahre. Preis 3,30 Euro.
Zwei Jahre nach seinem Vampir-Splatter "From Dusk Till Dawn" modernisierte Robert Rodriguez zusammen mit dem Drehbuchautor Kevin Williamson eine andere ehrwürdige Horror-Tradition und ließ in der Highschool die Körperfresser tanzen. Ein paar blutjunge, aber gewiefte Schüler entdecken, während sie eigentlich mit ihrem Erwachsenwerden schon genug zu tun haben, dass ihre Schule von einem üblen, außerirdischen Virus befallen ist.
Fortan geht es nur noch darum, die Menschheit - und sich selbst - vor der Invasion aus dem All zu retten, was nicht immer allzu ernst, aber nie ohne Grusel geschieht. Dabei legen sich die bis dahin weitgehend unbekannten Darsteller - unter ihnen auch der zukünftige Hobbit-Held Elijah Wood - ganz schön ins Zeug und hinterlassen eine originelle Mischung aus Horrorfilm und Teenagerkomödie mit einem Hauch von Science-Fiction.
Johannes Sträter
Lehrer im Ghetto, abgehalfterte Boxer, coole Sprüche: Was die Zeitschriften in diesem Monat noch bieten. Weiter...
Noch im Regal:
"187", USA 1997. Regie: Kevin Reynolds. Darsteller: Samuel L. Jackson, John Heard, Kelly Rowan. FSK: 16 Jahre. Preis: 4,90 Euro.
Samuel L. Jackson in der Rolle des innerlich längst kaputten Lehrers landet - ein Jahr, nachdem Schüler versuchten, ihn umzubringen - einmal mehr an einer echten Ghetto-Schule. Er engagiert sich augenscheinlich, doch ist im Grunde mittlerweile genauso unberechenbar wie seine Schüler. Die Krise, auf die dieses Sozialdrama unweigerlich zusteuert, beschreibt das allgemeine Versagen in einer durch und durch kaputten Welt. Sehenswert.
"Elefantenherz", Deutschland 2002. Regie: Züli Aladag. Darsteller: Daniel Brühl, Manfred Zapatka, Jochen Nickel, Angelika Bartsch. FSK: 12 Jahre. Preis: Nur im Abo, 97,50 Euro für 26 Ausgaben/Jahr.
Raue Boxer-Milieu-Studie, angesiedelt in einer Finsterecke des Ruhrgebiets. Deutschlands Publikumsliebling Daniel Brühl vor der Frage, wie weit man im halbseidenen Box-Geschäft gehen kann, und wie weit man gehen soll, wenn die Alternative aus einem hoffnungslosen Vegetieren in kaputten Verhältnissen in einer runtergekommenen Trabantenstadt besteht. Anspruchsvolle Charakterstudie.
"French Kiss", GB/USA 1995. Regie: Lawrence Kasdan. Darsteller: Meg Ryan, Kevin Kline, Timothy Hutton, Jean Reno. Preis: 3,90 Euro.
Eine romantische Komödie mit bewährter Darstellerliste. Dank netter Szenerie und lebhaftem Drehbuch, guter Besetzung und Regie ist die noch nicht einmal schlecht. Die völlig harmlos plätschernde Komödie erreicht so niemals den Peinlichkeitsfaktor einer deutschen "Funny"-Produktion. Kann man sich ansehen (muss man aber nicht).
Homevision
und
PC Magazin
"Knocked Out", USA 1999. Regie: Ron Shelton. Darsteller: Woody Harrelson, Antonio Banderas. FSK: 16 Jahre. Preis: 4,90 (Homevision), 6,99 Euro (PC Magazin).
Eigentlich sind die beiden leicht abgehalfterten Boxer Caesar und Vince beste Kumpel. Da trifft es sich gut, dass sie sich justamente, als sie in einem letzten Profikampf gewinnträchtig aufeinander treffen sollen, in die gleiche Frau verschießen: Testosteron sei Dank sind die beiden bis zum Kampf vor Wut und Eifersucht hinreichend enthirnt, um sich mit Begeisterung auf die Glocke zu hauen. Wer denkt sich so was aus? Trotz guter Besetzung allenfalls Mittelmaß.
"Crocodile Dundee in Los Angeles", Australien 2000. Regie: Simon Wincer. Darsteller: Paul Hogan, Linda Kozlowski. FSK: 6 Jahre. Preis: 6,99 Euro.
Ein wenig Action, coole Sprüche, was zu lachen, wenig, über das man sich den Kopf zerbrechen müsste - den Fans gefällt der Streifen bis heute gut genug, um dafür regulär 15 Euro zu bezahlen. Als Beipack geht's billiger, allerdings wie immer ohne originale Tonspur und Extras.
"Ein ganz gewöhnlicher Dieb", Irland, Deutschland 2000. Regie: Thaddeus O'Sullivan. Darsteller: Kevin Spacey, Linda Fiorentino, David Hayman. FSK: 16 Jahre. Ton: Deutsch. Preis: 4,99 Euro.
Kevin Spacey ist, ohne Frage, ein Klasse-Schauspieler. Wer den besseren Film über das Leben des Dubliner Schwerkriminellen Martin Cahill, John Boormans "The General", nicht gesehen hat, könnte an dieser Krimi-Komödie seinen Spaß haben. Jedenfalls gelang es der internationalen Koproduktion bei ihrem Erscheinen durchaus, einige gute Kritiken einzuheimsen. Wenn auch nicht all zu viele. "Eigentlich", befand die "FAZ", sei der Film "ein Fall für Europol", weil zusammengeklaut. Nomen ist eben Omen.
"The Mighty" USA 1998. Regie: Peter Chelsom. Darsteller: Sharon Stone, Harry Dean Stanton, Gena Rowlands, Gillian Anderson, James Gandolfini, Kieran Culkin, Meat Loaf. FSK: 6 Jahre.
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"Femme Fatale", USA 2002. Regie: Brian De Palma. Darsteller: Rebecca Romijn-Stamos, Antonio Banderas, Peter Coyote. FSK: 16 Jahre. Preis: 4,99 Euro.
"The Mighty" ist eine so witzige wie rührende Geschichte um die Freundschaft zwischen zwei extrem unterschiedlichen Jungen, die beide auf ihre Weise Außenseiter sind und entdecken, dass Gemeinsamkeit stark macht und jeder seinen Wert besitzt. Das Ganze wird dicht und intensiv erzählt, so dass neben der "Action" auch Einblick in die Seelen seiner Figuren geboten wird. Schönes Familienkino.
Das an-erotisierte Krimi-Stückchen "Femme Fatale" setzt hingegen auf eine allenfalls knietiefsinnige Pointe, kommt schick und hochglänzend daher, vermag nach 22 Uhr aber auch niemanden mehr wach zu halten. Die anfänglich aufgebaute Spannung um einen Juwelenraub und eine unter falscher Identität untergetauchte Diebin verplätschert schnell: Ein Filmchen "für nebenbei".