E-Mail-Kleidung: Der Ärmel mit der Nummer - DER SPIEGEL
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E-Mail-Kleidung Der Ärmel mit der Nummer

Wir wussten es doch schon lange: Der Mensch ist nicht viel mehr als eine Nummer. In der Schweiz sollen jetzt Kleidungsstücke mit einer anonymisierten E-Mail-Adresse am Kragen oder Ärmel die Kontaktaufnahme erleichtern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Zürich - Wer in der Schweiz in diesen Tagen einen Menschen mit einer großen aufgedruckten Nummer auf Jacke, Rock oder Bluse entdeckt, hat es nicht etwa mit einem entsprungenen Häftling zu tun. Nein, hier sind ganz offensichtlich Trendsetter am Werk.

Denn seit einem Monat können die Eidgenossen über das Internet Kleidungsstücke mit aufgedruckter E-Mail-Adresse kaufen. Auch einige Szene-Boutiquen in der Schweiz und in Deutschland sind mittlerweile auf den Zug aufgesprungen und bieten die Kleidung mit der Nummer an.

Die E-Mail-Adresse ist anonymisiert. Sie besteht lediglich aus einer sechsstelligen Nummer und dem Zusatz @Skim.com. "Neulich habe ich jemanden mit so einem Teil im Zürcher Hauptbahnhof gesehen", erzählt ein Anhänger der neuen E-Mail-Mode. "Wenn ich wollte, dann könnte ich ihm jetzt eine Nachricht an seine Skim.com-Adresse schicken."

Nicht einmal einen eigenen E-Mail-Account brauchen die, wie sie sich selbst nennen, "Skimmer": Ein Formular auf der Webseite von Skim.com  macht die Kontaktaufnahme einfach. Dort kann auch im eigenen E-Mail-Postfach nachgeschaut werden, ob andere versucht haben, den Skimmer zu erreichen. Die persönlichen Zugriffsdaten finden sich auf einer kleinen pinkfarbenen Karte, die den fortlaufend nummerierten Kleidungsstücken beiliegt.

Neben T-Shirts, Röcken und Hosen hat Skim.com auch Taschen und Rucksäcke im Angebot. Zudem soll ein eigenes Magazin die offensichtlich wachsende Fangemeinde mit Neuigkeiten versorgen. Geliefert wird die Zeitschrift stilecht mit einem "Skimmer-Armband" aus weißem Leder.