Einigung: "Harry auf Deutsch" darf weitermachen - DER SPIEGEL
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Einigung "Harry auf Deutsch" darf weitermachen

Nach Berichten über die Website "Harry auf Deutsch" überprüfte der Carlsen-Verlag die urheberrechtliche Lage und fand eine "freundliche Regelung" mit den Fans. Die dürfen sich weiter ihre Übersetzungen schicken - nur veröffentlichen dürfen sie sie nicht.
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Nach einer Urheberrechtsprüfung des Carlsen Verlags nimmt Bernd Koeleman, der Betreiber der Website www.harry-auf-deutsch.de, Änderungen an der Seite vor. Verlag und Website-Betreiber hätten sich darauf verständigt, dass die von Fans angefertigten "Übersetzungskostproben" von "Harry Potter and the Order of the Phoenix" ("Harry Potter und der Orden des Phönix") so schnell wie möglich von der Homepage genommen werden, sagte Verlagssprecherin Katrin Hogrebe am Dienstag in Hamburg auf Anfrage.

Auch Koeleman akzeptiert das als "freundliche Regelung", bei der der Verlag "ein Auge zudrückt": Beanstandet wurde von Carlsen die öffentliche Präsentation der übersetzten Texte, nicht die gemeinsame "Arbeit" im Rahmen eines geschlossenen Benutzerforums. Auf der Homepage selbst werde er nun vornehmlich übersetzte Texte von Potter-Fan-Fiction präsentieren, sagte Koeleman im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.

Mitglieder der "Harry-auf-Deutsch-community" übersetzen derzeit den fünften Band über den Zauberlehrling, der erst am 8. November auf Deutsch im Buchhandel erscheint. Carlsen hatte daraufhin eine Prüfung wegen möglicher Urheberrechtsverletzungen vorgenommen und die öffentliche Präsentation von Übersetzungsarbeiten aus dem Buch kritisiert. Gegen die Arbeit im geschlossenen Forum sei dagegen nichts zu sagen.

Der Verlag habe nichts dagegen einzuwenden, wenn sich Fans in "privaten Foren" im Internet träfen und dort Übersetzungen anfertigten, sagte Hogrebe. "In dem Moment, in dem die übersetzten Texte außerhalb der Community veröffentlicht oder verbreitet werden, ist das jedoch ein urheberrechtlicher Verstoß."

Verlag bleibt entspannt

Obwohl Carlsen die Rechte für die deutsche Potter-Buchausgabe hält, könnte sich der Verlag schon Monate vor der Veröffentlichung unter Druck fühlen. Erstmals schaffte es mit dem fünften Harry-Potter-Band ein unübersetztes Buch auf Platz Eins der deutschen Bestseller-Liste.

Doch ein Vorziehen der deutschen Ausgabe des fünften Potter-Bandes komme nicht in Frage, sagt Carlsen. Der Übersetzer habe den Text erst am 21. Juni - dem Erstverkaufstag der englischen Ausgabe in Deutschland - bekommen, sagte Hogrebe. Es bleibe beim geplanten Erscheinungstermin.

Fans wollen nicht warten

Außer in den geschlossenen Nutzergruppen der Potter-Fanforen. Wie es bei "Harry auf Deutsch" heißt, wollen über 1000 Harry-Potter-Fans nach der "gut gelungenen" Übersetzung des vierten Bandes auch das neue Werk "miteinander übersetzen, weil Englisch eigentlich so schwer gar nicht ist".

Jeder, der mitmachen wolle, wähle ein Kapitelteil aus (in der Regel fünf Seiten), und maile die eigene Übersetzung ein bis vier Wochen später an die "Harry-auf-Deutsch-community" zurück. Wenn die Übersetzung brauchbar sei, dann bekomme man "als Dankeschön sukzessive die Übersetzungen der anderen Mitübersetzer-Innen zugemailt".

Die Organisatoren betonten, dass das Projekt "absolut non-kommerziell" sei. Bernd Koelemann gibt an, rund 300 Fans des Zauberlehrlings beteiligten sich bereits an der Arbeit.