Elternecke Der Reiz der Online-Rollenspiele
Alleine spielen ist langweilig. Das gilt auch für den Computer. Heute kommt kaum noch ein richtiges Computerspiel heraus, das seinen Mitspielern nicht die Möglichkeit einräumt, im Internet das Spiel mit anderen zusammen weiter zu spielen. Das gilt für Autorennen, Strategie- und Rollenspiele.
Rollenspiele haben im Allgemeinen nichts mit dem üblichen Begriff zu tun, sondern beziehen sich auf die Paper & Pen-Rollenspiele mit starken Fantasy-Elementen, die in den 70er Jahren in den USA sehr populär wurden. Dabei schrieben die Spieler auf, wie sie aussehen, welche Rolle, Tugenden und Fähigkeiten sie innehatten. Danach wurde gemeinsam mit Freunden und ausgerüstet mit einem speziellen Würfel ein ganzes Wochenende eine Geschichte erzählt. Das bekannteste Rollenspiel hieß "Das schwarze Auge".
Heute gibt es Rollenspiele als Brett- und Computerspiele. Ziel des Rollenspiels ist es, die jeweilige fantasiereiche Abenteuergeschichte voranzutreiben, den Spielcharakter immer weiter zu verbessern und um mehr Fähigkeiten zu bereichern.
Der Spieler entscheidet sich für eine Rolle. Er kann unter anderem Hexer, Magier, Kämpfer, Händler oder Alchimist werden. Doch noch mehr Spaß macht das Ganze im Internet, wenn ganz viele Mitspieler daran teilnehmen. Denn hier kann sich der Spieler mit anderen zu Gilden verbinden, miteinander kommunizieren und gemeinsam Abenteuer erleben. Bei den Online-Rollenspielen ist die CD-ROM ganz normal über den Laden zu beziehen. Um aber an der Online-Welt zu partizipieren, werden monatliche Gebühren fällig, die bei zehn Euro liegen.
Das bekannteste und erfolgreichste Spiel zurzeit heißt "World Of Warcraft" (WOW) und hat weltweit über zwei Millionen Mitspieler; darunter ein Großteil Erwachsener, die offensichtlich noch mehr Vergnügen daran haben, in einer digitalisierten Welt Abenteuer zu bestehen, als Kinder. Andreas John hat das Spiel für uns getestet.
World Of Warcraft, wow!
Im Online-Rollenspiel "World Of Warcraft" gibt es für jeden Spieler einen Platz. Durch das Erfüllen von Aufgaben und Missionen, die vor allem Computercharaktere verteilen, erhöht der Spieler Erfahrungspunkte, Fähigkeiten und sein Inventar. Er überbringt Nachrichten, findet Personen oder schaltet Schmuggler aus.
World of Warcraft: Abkehr vom stumpfen Monsterprügeln
Der Aufbau der Spielfigur erfolgt relativ schnell, und schon bald kann so gegen größere Gegner angetreten werden. Bevor es losgeht, muss jedoch erst mal die Spielfigur kreiert werden. Dazu stehen acht Völker, darunter auch böse, zur Verfügung, die jeweils auch eine von neun Nebeneigenschaften haben können. So können Menschen beispielsweise als heiliger Paladin magische Zusatzfähigkeiten entwickeln oder auch reine Krieger sein.
Besonders die Tatsache, dass auch Untote, Orcs und Trolle spielbar sind, verleiht dem Spiel einen großen Reiz. Jedes Volk startet in einer anderen Stadt. Dort werden erst einmal Erfahrungspunkte durch einfache Aufgaben gesammelt. Wer will, streift dann durch die liebevoll gestalteten Welten, die an Märchen erinnern. Taucht ein Gegner auf, wird er mit Mausklick anvisiert und automatisch bekämpft. Jeder erledigte Feind lässt einen Gegenstand zum Einsammeln zurück.
Bei WOW wird auf Servern gespielt: In der riesigen Welt sind viele Spieler gleichzeitig zu finden, die im Versus-Modus auch gegeneinander antreten können. Warum "World Of Warcraft" so faszinierend ist, kann schon ein einziger Flug auf dem Greif erklären: auf dem Rücken des Fantasy-Tieres über tiefrote Drachenfelsen und verschneite Berge zu fliegen - das ist Genuss pur! Auf dem Boden kann es aber schnell passieren, dass Spieler einer identisch gestalteten Figur gegenüberstehen - für hunderte von Spielern sind die Variationsmöglichkeiten dann doch eher gering.
Andreas John
Fazit:
6 Mäuse (von 6)
World of Warcraft
Blizzard
4 CD-ROMs für PC Win 98/2000/ME/XP
MAC: ab OS X 10.3.5
45 Euro Anschaffungspreis
1 Monat: ca. 12 Euro
3-Monatsabo: ca. 11 Euro monatlich
6-Monatsabo: ca. 9 Euro monatlich
www.blizzard.de
ab 12 Jahren