Ende der Testphase Google veröffentlicht finale Version von Chrome
Hamburg - Nur drei Monate nach Vorstellung der ersten Beta-Version hat Google am Donnerstagabend deutscher Zeit die erste Vollversion seines Internet-Browsers Chrome für die breite Nutzung freigegeben. Die Testphase ist damit offiziell beendet.
Googles Chrome-Browser hatte Anfang September für eine veritable Überraschung gesorgt: Dass Google einen Browser entwickelte, war erfolgreich geheim gehalten worden. Als Googles Browser galt über die letzten Jahre eigentlich das Mozilla-Projekt Firefox, das von Google großzügig finanziell unterstützt wird. Bald nach Veröffentlichung des Chrome-Browsers hatte sich Google beeilt zu versichern, dass diese Förderung auch beibehalten würde.
Das Echo auf Chrome fiel durchwachsen aus: Der Browser konnte vom Fleck weg viele Tester mit seiner Geschwindigkeit und zahlreichen komfortablen Features begeistern. Bald darauf aber wurden kritische Stimmen laut, die massive Mängel anmahnten. Drei Tage nach Veröffentlichung der ersten Betaversion warnte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik vor Gebrauch des Browsers, da dieser unausgereift sei, Sicherheitsmängel aufweise und eine zu große Neugier bei der Beobachtung des Surfverhaltens der Nutzer an den Tag lege.
Bisher ein Minderheiten-Programm
Hier hat Google nachgebessert. Man habe Leistung und Stabilität verbessert, teilte das Unternehmen in Hamburg mit. Zudem seien die Lesezeichen-Verwaltung überarbeitet und die Datenschutz-Funktionen gebündelt worden. Weitere Neuerungen sind laut Google in Planung.
Die kostenlose Software läuft auf Rechnern mit Windows XP und Vista, Versionen für Linux- und Mac- Betriebssysteme sollen folgen.
Der Browser war im September unter großem öffentlichen Interesse an den Start gegangen, innerhalb weniger Stunden luden mehrere Millionen Nutzer die Software herunter. Doch Erwartungen, Google würde mit seinem Browser den Markt für Surf-Software neu aufmischen, haben sich bisher nicht erfüllt. Der Anteil der Beta-Version am deutschen Markt liegt laut Webhits derzeit bei 0,2 Prozent. In den weltweiten Statistiken von Net Applications hält Chrome derzeit einen Anteil von rund 0,8 Prozent - eine nur leichte Steigerung um rund 0,1 Prozent seit dem ersten Monat.
Schneller wächst der Marktanteil der Browser Firefox und Safari. Opera musste in den letzten Wochen leichte Rückgänge hinnehmen, doch der Hauptverlierer am Browsermarkt ist nach wie vor der Internet Explorer: Die Zuwächse bei den Konkurrenzprodukten gehen vor allem zu Lasten von Microsofts Surf-Software. Deren Weltmarktanteil fiel im November erstmals leicht unter 70 Prozent, derzeit notiert der MSIE bei 69,77 Prozent, in Deutschland laut Webhits bei circa 66 Prozent.
pat/dpa