Ende einer Ehe: Springer kauft sich Bild.de zurück - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Ende einer Ehe Springer kauft sich Bild.de zurück

Wo "Bild" draufsteht, soll künftig Springer drin sein: Sechs Jahre lang war Bild.de ein Joint Venture mit T-Online. Den 37-prozentigen Anteil kaufte Springer nun zurück.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sechs Jahre hielt die Ehe, jetzt kommt sie zu ihrem Ende: Der Springer-Verlag hat für eine nicht genannte Summe die 37 Prozent an Bild.de, die die Deutsche Telekom seit 2001 hielt, zurückgekauft. Zu dem Joint Venture war es nach dem Schock des Dotcom-Crashes gekommen, als Online-Angebote vor allem kostspielige Investionsobjekte zu sein schienen, mit denen sich mittelfristig kaum Geld würde verdienen lassen. Zugleich suchte die Telekom damals nach Wegen, im Internet zum Content Provider zu werden - das passte.

So wie nun die Trennung: Für Springer ist wichtig, dass der Verlag nun "die volle Verantwortung für die strategische Ausrichtung der Axel-Springer-Kernmarke Bild im Internet" zurückerhält, wie es ein Sprecher des Verlagshauses formulierte. Dem Verlag sei es damit möglich, Bild.de noch enger mit der Bild-Markenwelt zu verzahnen. Ein nicht unwichtiger Punkt dürfte aber auch sein, dass Bild.de mit seinen Bildreichen Klickstrecken zu den erfolgreichsten Internet-Angeboten deutscher Sprache gehört. Springer hofft hier mittelfristig auf deutliche Profite.

Die Telekom erklärte, der Verkauf sei Teil der Konzernstrategie "Konzentrieren und gezielt wachsen". Danach will sich die Telekom verstärkt auf das mobile Internet sowie das Thema "Web 2.0" konzentrieren - hin zu Dienstleistung und Technik, weg vom Inhalt.

Die Übernahme der Gesellschaftsanteile steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das Kartellamt.

pat(AP/dpa