Netzwelt-Ticker Support für Windows Vista endet
Windows Vista: Microsoft stellt den kostenlosen Support ein
Foto: Mary Altaffer/ APMicrosoft stellt den kostenlosen Support für Windows Vista ein. Damit hat das - neben Windows Me - wohl ungeliebteste Microsoft-Betriebssystem offiziell sein Lebensende auf dem Mainstream-Markt erreicht . Nur wer den kostenpflichtigen "Extended Support" bei Microsoft dazu buchte, also vor allem Unternehmen, wird in den nächsten fünf Jahren noch Support und maßgeschneiderte Software-Anpassungen ("Hotfixes") erhalten. Die wichtigen Patches gegen Sicherheitslücken und andere Malware-Einfallstore und kostenlosen Websupport aber wird es in den nächsten Jahren für alle Kunden geben.
Was bedeutet das für Vista-Nutzer? Wer bis jetzt nicht auf ein anderes Betriebssystem umgestiegen ist, wird sich mit den Macken von Vista auseinandergesetzt und sich höchst wahrscheinlich auch an sie gewöhnt haben. Auf etwa neun Prozent aller Computer läuft derzeit ein Vista-Betriebssystem . Da Microsoft zunächst noch Sicherheitsupdates veröffentlichen wird, spricht nichts grundlegend für einen raschen Abschied.
Das sieht Microsoft natürlich ein wenig anders. Als "Hinweis" in der Lebenszyklus-Übersicht der Microsoft-Produkte steht - nur im englischen mit Ausrufezeichen - "Windows 7 jetzt kaufen". Hinter dem deutlichen Hinweis könnte auch die Hoffnung stecken, nicht den selben Fehler zu machen, wie beim sechs Jahre älteren Windows XP. Denn von dem Betriebssystem-Alterchen kommt Microsoft einfach nicht los. Nach diversen Support-Verschiebungen plant Microsoft ein Ende der Unterstützung für 2014 - nur drei Jahre vor dem offiziellen Vista-Aus.
Und übrigens: Heute lief auch die Mainstream-Unterstützung für Office 2007 aus .
Per Handy-Datenbank gegen den Handy-Klau
US-Polizeibehörden, die Regulierungsstelle Federal Communications Commission (FCC) und die US-Mobilfunkindustrie wollen eine Datenbank einführen, in der die einzigartigen Seriennummern ("Imei-Nummer") gestohlener Handys registriert werden sollen. Mobilfunkbetreiber sollen jeden Sprach- und Datenverkehr ignorieren, der von einem als gestohlen gemeldeten Handy ausgeht und so das Gerät damit wertlos machen. Die Hoffnung ist klar: Funktionieren auf einen Schlag gestohlene Handys nicht mehr, will sie niemand mehr kaufen - was den Diebstahl selbst erheblich unattraktiver macht.
Zumindest theoretisch. Denn die "einzigartigen" Imei-Nummern lassen sich fälschen. Ein Eintrag in der Handy-Datenbank ist dann nutzlos. Um das zu verhindern, oder wenigstens die massenhafte Fälschung von Imei-Nummern zu dämpfen, soll ein neues Gesetz die Imei-Manipulation härter bestrafen.
In den Vereinigten Staaten wurden bei etwa jedem dritten Raubüberfall Handys gestohlen. US-Senator Charles Schumer nimmt das als Motivation für die öffentlich-private Initiative: "Unser Ziel ist es, ein gestohlenes Handy so wertlos wie ein leeres Portemonnaie zu machen."
Was am Dienstag sonst noch in der Netzwelt wichtig war
- Julian Oliver bezeichnet sich als "kritischen Ingenieur", nicht Medienkünstler . Nach dem Nachrichten-Manipulator Newstweek und der Transparenzgranate hat er kürzlich in Zürich sein neuste, perfides Werk vorgestellt: Das Human to Human Computer Interface: Ein Mensch spielt einen Menschen, der ein Computerspiel spielt .
- Sicherheitsexperten kritisieren die zwar allen bekannten, aber "für immer" nicht gestopften Sicherheitslücken in Industrie- und anderen Anlagen der kritischen Infrastruktur. Über die Risiken dieser "forever day"-Lücken (statt: "zero day", unbekannte, ungestopfte Sicherheitslücken) informiert "Ars Technica" in einem interessanten, mit Expertenmeinungen gespickten Stück Unruhe .
- "Es scheint ruhig geworden zu sein um die Cybercrimekriminalität," schreibt der "Cyberfahnder" - und nimmt diese Falscheinschätzung zum Anlass, um mit Beispielen aus dem Fahnderalltag, mit Zahlen und Hintergründen die Gefahren und Formen der Internet-Kriminalität zu beleuchten . Sehr interessant - auch wenn das Schlusswort viele Intensiv-Surfer erregen dürfte.
- Oma Martha trinkt einen Tee und die ganze Welt kann zuschauen. Martha ist eine von 50.000 Käuferinnen und Käufern einer Webcam mit einem Sicherheitsproblem und der "Sydney Morning Herald" hat ihr und allen anderen Webcam-Opfern einen Artikel zur Gefahr von vernetzten Haushaltsgeräten gewidmet .
- Ze Frank ist einer der ersten echten Stars des Internets. Seine Ze-Frank-Show erreichte im Jahr ihres Bestehens Kultstatus - er selbst durch das wahnsinnige, aber erfolgreich beendeten Projekt des Erd-Sandwiches. Jetzt kehrt Ze Frank zurück, mit einer Fan-finanzierten neuen Version seiner alten Show .
- Das FBI warnt vor einer Zunahme von Hack-Angriffen auf vernetzte, so genannte intelligente Stromzähler - und rät zur einer Aufrüstung der Geräte zur Abwehr solcher Angriffe. Beunruhigend ist der Bericht, wonach korrupte Mitarbeiter eines Stromzähler-Herstellers entsprechende Manipulationen im Auftrag von Hackern vornahmen.
- Die chinesische Rüstungsfirma China National Import & Export Corp (Ceiec) wehrt sich gegen die angeblichen Enthüllungen des Hacktivisten "Hardcore Charlie" - seine Schlussfolgerungen aus den angeblich aus dem Intranet geklauten Ceiec-Informationen seien bodenlos, höchst subjektiv und verleumderisch.