Endrunde der Sony-Hunde: Auch Eigentore sind Tore - DER SPIEGEL
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Endrunde der Sony-Hunde Auch Eigentore sind Tore

Der Robocup strebt seinen Höhepunkten entgegen. Ungeschlagen populär sind die Mannschaften der Sony Four Legged Robot League. Für acht der Hundschaften ging es nun um die Wurst: Wer würde ins Halbfinale einziehen?
Von Hans-Arthur Marsiske
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Während im Eingangsbereich der Halle australische Schüler mit Lego-Robotern den Robocup Jr. austragen, haben in der Hauptarena bereits die Viertelfinalspiele der Sony Four Legged Robot League begonnen. Die erste Begegnung fand statt zwischen Araibo aus Tokio, und SPQR (Soccer Playing Quadruped Robots) aus Rom.

Die Robocup-Neulinge aus Rom hatten in der ersten Halbzeit offensichtlich mit Farberkennungsproblemen zu kämpfen. Ihre Roboter, die zunächst im roten Trikot antraten, verwechselten offenbar sowohl die eigenen Mitspieler als auch das eigene (gelbe) Tor häufig mit dem orangefarbenen Ball. Dennoch gingen sie dank eines Eigentors der Tokioter Spieler, die ihre bereits vergangenes Jahr in Stockholm präsentierte Kopfballtechnik weiterentwickelt haben, in Führung.

In der zweiten Halbzeit hätten die römischen Roboter, nunmehr mit blauen Filzstreifen gekennzeichnet, es eigentlich leichter haben müssen. Dennoch war in ihrem Spiel, wie auch in dem des Tokioter Teams, nur selten Zielstrebigkeit zu erkennen. Dann kam es zu einer dramatischen Situation vor dem japanischen Tor: Der Ball liegt schussbereit nur wenige Zentimeter vor der Linie, ein Römer stapft entschlossen auf ihn zu - um sich kurz davor auf die Hinterbeine zu setzen! Ein Aufstöhnen geht durchs Publikum. Nun hat endlich auch der Torwart die Gefahr erkannt. Er macht sich auf den Weg, seinen Kasten zu verteidigen, es kommt zu einem kurzen Gerangel. Dann rollt der Ball über die Linie - 2:0!

Im ersten Moment wusste niemand, wer nun tatsächlich dieses Tor geschossen hat. Zumindest war es von Rom vorbereitet worden. Es setzte sich dann aber die Meinung durch, dass tatsächlich auch ein römischer Spieler den Ball zuletzt berührt hat. Wie auch immer: Rom ist im Halbfinale.

Zweites Viertelfinale: Paris kommt weiter

Im zweiten Viertelfinalspiel der Roboterhunde standen sich die kanadische McGill University und Les 3 Mousquetaires vom Laboratoire de Robotique de Paris gegenüber. Zuerst sah es nach einem überraschenden Comeback von McGill aus, deren Roboter zielstrebig aufs gegnerische (gelbe) Tor marschierten und nach der ersten Halbzeit 2:1 in Führung lagen. Paris hatte dagegen Schwierigkeiten, das eigene Tor vom Ball zu unterscheiden. Mit dem Seiten- und Farb-Tausch änderten sich aber auch die Kräfteverhältnisse. Es kam zu einem Durchmarsch der Pariser Musketiere, die am Ende mit 4:2 vom Platz gingen. Auch sie sind damit eine Runde weiter.

Berlin unterliegt deutlich

Dann ging es eigentlich nur noch um eins: "Wir möchten nicht zweistellig verlieren und wenigstens ein Gegentor schießen", erklärten die Humboldt Heroes aus Berlin. Ihnen war von vornherein klar, dass sie gegen die an der australischen University of New South Wales programmierten Roboter ihr Abschiedsspiel absolvieren würden. Der erste Wunsch ging nicht in Erfüllung, der zweite schon eher, wenn auch nicht so, wie erhofft: Im Endergebnis von 11:0 ist auch ein Eigentor der Berliner enthalten.

Das letzte Spiel des Tages war wenig spektakulär: Das Team Sweden wehrte sich nach Kräften gegen das CN Pack'00 von der US-amerikanischen Carnegie Mellon University. Insbesondere der schwedische Torwart zeigte einige gute Paraden, wenn er sich mit ausgebreiteten Vorderpfoten flach auf den Boden warf, um den Ball abzuwehren. Aber auch er (welches Geschlecht haben eigentlich Roboter?) konnte nicht verhindern, dass der Ball dreimal über die Torlinie rollte. Schweden konnte dagegen kein einziges Tor schießen und ist damit aus dem Wettbewerb ausgeschieden.