Netzwelt-Ticker Energie-Hack, Passwort-Leak bei IEEE, Facedrop
Chinesische Hacker haben sich offenbar Zugang zu den System des IT-Herstellers Telvent verschafft. Der bekannte Sicherheitsforscher und Journalist Brian Krebs berichtet , das spanische Unternehmen habe in der vergangenen Woche seine Kunden per E-Mail über einen Angriff auf ihr internes System informiert. Telvent ist auf intelligente Stromnetze spezialisiert und beliefert weltweit Energieversorger mit IT-Lösungen für effizienteren Verbrauch.
Am 10. September haben demnach Eindringlinge die Firewall der Firma überwinden können, installierten Schadsoftware und kopierten Dateien. Laut Krebs versichert Telvent in dem Schreiben, dass die kriminellen Hacker keine Informationen erbeutet hätten, die ihnen Zugang zu Kundensystemen ermöglichen könnten. In weiteren Nachrichten hielt die Firma demnach ihre Kunden auf dem Laufenden und teilte unter anderem mit, dass man mit den Behörden zusammenarbeite. Krebs schließt aus Details in dem Schreiben, dass es sich bei den Eindringlingen um eine Gruppe aus China handele.
Neben Netzüberwachung und -kontrolle regeln Telvent-Systeme nach eigenen Angaben unter anderem den Verkehr an 9000 Kreuzungen weltweit und die Mautabgaben von täglich 1,5 Millionen Fahrzeugen.
Entwickler stolpert über 100.000 Passwörter
Rund 100.000 Datensätze des IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers), eines internationalen Standardisierungsgremiums von Elektroingenieuren und Informatikern, waren offenbar für mehrere Wochen offen zugänglich. Bei einer Recherche auf dem offenen FTP-Server des IEEE fand der Entwickler Radu Dragusin Nutzernamen und Passwörter im Klartext. Sie gehörten Mitgliedern aus Unternehmen wie Apple und Google, von der Nasa oder der Stanford University. Auf der Websiteieeelog.com protokolliert der Rumäne seinen Zufallsfund.
Der Verband hat sich des Themas offenbar angenommen: Auf seiner Website zeigt der Entwickler auch eine nach seinen Angaben per E-Mail erhaltene Benachrichtigung an Mitglieder der IEEE, in der zum Ändern des Passworts aufgefordert wird.
Facebook verknüpft Gruppen mit Dropbox
Dropbox hat eine Partnerschaft mit Facebook bekanntgegeben: Nutzer können zukünftig ihre in der Cloud gespeicherten Dokumente in Gruppen des sozialen Netzwerkes teilen. Gut für Facebook, gut für Dropbox, dem damit wohl zahlreiche neue Nutzer zugeführt werden.
Auch das noch:
- Eine weitere US-Bank, Wells Fargo, ist Opfer einer gut koordinierten Distribuierten Denial-of-Service-Attacke (DDoS) geworden. Zwar hat sich eine Gruppe dazu bekannt und sie mit Rache für den Anti-Islam-Film erklärt, der bei YouTube kursiert. Das Institut selbst glaubt jedoch nicht an einen Zusammenhang ; es habe schon lange vor der Veröffentlichung des Clips Angriffe derselben Täter gegeben.
- Eine neue Version von Googles Billig-Tablet-PC Nexus 7 kommt angeblich Ende 2012: "Digitimes" berichtet unter Berufung auf nicht genannte Quellen, dass eines der Modelle 99 Dollar kosten soll, beide seien dünner als ihre Vorgänger.
- 83 Millionen Fake-Accounts zählt Facebook - und hat, der Börse zuliebe, jetzt offenbar damit begonnen, diese im großen Stil zu löschen .
- Google Docs lässt ab Oktober das Importieren alter Word-Formate - sprich: aus den Versionen 1997 bis 2003 - nicht mehr zu.