EU-Kommission ermittelt gegen Microsoft wegen Internet Explorer - DER SPIEGEL
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Browser-Auswahl EU-Kartellwächter untersuchen auch Windows 8

Die Nutzer sollen die Wahl haben: Microsoft wurde dazu verdonnert, unter Windows verschiedene Internet-Browser anzubieten. Weil das Unternehmen die Einigung missachtet haben soll, ermitteln Kartellwächter. Jetzt ist auch das neue Betriebssystem Windows 8 im Visier.
Browser-Auswahl: Windows 8 soll einige Funktionen dem Internet Explorer vorbehalten
Browser-Auswahl: Windows 8 soll einige Funktionen dem Internet Explorer vorbehalten

Browser-Auswahl: Windows 8 soll einige Funktionen dem Internet Explorer vorbehalten

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Hamburg - Die EU-Wettbewerbshüter beziehen jetzt auch Windows 8 in ihre offizielle Untersuchung der Geschäftsgebaren von Microsoft ein. Dem Softwarekonzern wird vorgeworfen, mit dem neuen Betriebssystem den hauseigenenen Internet Explorer als Standardbrowser festzulegen und Hersteller anderer Software zu blockieren , berichtet Reuters.

In dieser Woche hatte die EU-Kommission erneut ein Verfahren eingeleitet, um die Geschäftspraktiken des Konzerns prüfen zu lassen. Bislang ging es dabei vor allem um vorherige Windows-Versionen; nun gerät auch das neue Betriebssystem, das nach jüngsten Informationen am 26. Oktober erscheinen soll, in den Fokus.

Ein Sprecher der Kartellwächter sagte gegenüber der Nachrichtenagentur, man prüfe den Vorwurf, dass Microsoft in Windows 8 seine API-Schnittstelle für Anbieter anderer Internetbrowser nicht komplett freigebe. Auch auf den neuen Windows-Tablets werden Nutzer angeblich daran gehindert, eine andere Software zum Browsen als den vorinstallierten Internet Explorer zu nutzen.

Neue Untersuchung, alte Vorwürfe

Der Vorwurf ist derselbe, mit dem Microsoft schon vor einigen Jahren konfrontiert worden war: Das US-Unternehmen nutze seine Vormachtstellung auf dem Markt aus, um Kunden zur Nutzung der eigenen Produkte zu zwingen. Konkret ging es auch damals darum, dass der Internet Explorer an Windows gekoppelt war und den Nutzern die Wahlfreiheit genommen werde. 2009 einigten sich die Parteien dann: Microsoft musste fortan ein Auswahlfenster mit verschiedenen Web-Browsern anbieten.

Nun haben sich offenbar konkurrierende Softwareanbieter beschwert, dass Microsoft genau diese Vereinbarung nicht eingehalten habe. So soll seit einem Service-Pack-Update für Windows 7 im Februar vergangenen Jahres das besagte Auswahlfenster verschwunden sein. Von der Ankündigung der Wettbewerbshüter aufgeschreckt, kündigte Microsoft an, das zu ändern und beteuerte, es handle sich lediglich um einen "technischen Fehler". Die EU-Kommission konnten sie damit offenbar nicht besänftigen.

Es ist keine gute Woche für Microsoft: Die Ankündigung, dass Windows 8 im Oktober auf den Markt kommt, geht unter zwischen anhaltenden Negativschlagzeilen. Nun muss der Konzern wegen einer milliardenschweren Abschreibung auch noch sein erstes negatives Quartalsergebnis seit dem Börsengang 1986 hinnehmen. In den vergangenen Monaten machte Microsoft 492 Millionen Dollar Verlust.

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