EU-Kommission: Neuer Ärger für Microsoft - DER SPIEGEL
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EU-Kommission Neuer Ärger für Microsoft

Microsofts Passport, sagt das Unternehmen, ist ein toller Service: Einmal angemeldet, reicht der virtuelle Pass, sich allerorten zu identifizieren - und um die Speicherung der Daten kümmert sich Microsoft. Fein, meint die EU-Kommission, klingt .Net - und nach einem Verstoß gegen die Datenschutz-Richtlinien.
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Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" untersucht die Kommission bereits, ob und in wie weit Passport, Microsofts Authentifizierungs-Service für die .Net-Strategie, mit europäischen Datenschutzrichtlinien zu vereinbaren ist.

Öffentlich wurde die Untersuchung durch eine Anfrage des niederländischen EU-Parlamentarieres Erik Meijer, die durch Binnenmarkt-Kommissar Frits Bolkenstein beantwortet wurde: Demnach arbeite die EU mit nationalen Datenschutzbehörden an der Beantwortung der Frage, ob Microsofts Passport-Service mit den jeweiligen Datenschutzbestimmungen vereinbar sei.

Passport steht seit langem in der Kritik. Das Authentifizierungsystem wird seit Jahren mit mäßigem Erfolg nicht nur als Identifizierungshilfe für Services wie Hotmail eingesetzt, sondern auch im Bezahlverkehr mit bestimmten Microsoft- und Partnerseiten. Harsch kritisierte Sicherheitslücken konnte Microsoft schließen und erklärte Passport schließlich im letzten Jahr zu einem der Kernelemente der kommenden .Net-Strategie.

Deren Grundgedanke - die Vernetzung von Services - ist den Wettbewerbshütern in Brüssel ein Dorn im Auge: Wie viele Kritiker befürchten auch die Kommissare hier den Versuch einer Monopolisierung des Internet. Insbesondere Passprot werde den .Net-Nutzern quasi und fälschlich als "Grundbedingung" für die Nutzung jeglicher .Net-Services serviert.

Die EU-Kommission dürfte in Seattle kaum zu den beliebtesten Gesprächspartnern gehören. Nach wie vor läuft paralell zum Kartellprozess in den USA auch in Brüssel ein Verfahren gegen Microsoft wegen Missbrauchs marktbeherrschender Positionen. Microsofts Chancen, auch in Europa glimpflich davon zu kommen, werden dabei als eher gering eingeschätzt: Erst Anfang Mai hatte es aus Kreisen um Wettbewerbskommissar Mario Monti geheißen, Microsoft müsse sich auf "strenge Auflagen" gefasst machen.