EU-Programm: Eine Milliarde Euro für rentnerfreundliches Internet - DER SPIEGEL
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EU-Programm Eine Milliarde Euro für rentnerfreundliches Internet

Das Internet, dein Freund und Helfer. Ältere Menschen sollen in Zukunft mehr von den Fortschritten der Kommunikations-Technologie profitieren - sagt die EU-Kommission und macht ein Riesenfass auf. Über eine Milliarde Euro will sie bis 2013 für "altengerechte Technik" springen lassen.
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Europa altert, das ist kein Geheimnis. Im Jahr 2020 wird ein Viertel der EU-Bevölkerung älter als 65 Jahre sein, schätzt die EU-Kommission. Zugleich seien ältere Europäer eine wichtige Verbrauchergruppe, die über ein Vermögen von rund drei Billionen Euro verfüge.

Als Antwort auf den demographischen Übergang startet die EU-Kommission nun den Eingreifplan "Ageing Well in the Information Society". Flankiert wird die Aktion von einem gigantischen IT-Forschungsprogramm: Bis 2013 will die EU mehr als eine Milliarde Euro zur Erforschung von neuen Informations- und Kommunikationstechniken aufbieten. Finanzieren will die Kommission das Mamut-Projekt mit Hilfe der Mitgliedsstaaten und der Wirtschaft.

Für diese ist es laut Pressemeldung der Kommission  durchaus von Interesse, sich an der Aktion zu beteiligen: Europäischen Unternehmen hätten die Chance, auf dem zukunftsträchtigen Markt der "altersgerechten Informationstechnologie" die Führung zu übernehmen. Mitgliedstaaten könnten Mittel und Wege erforschen, Kosten für Sozialdienste zu senken. Staatliche Aufwendungen für Renten, Gesundheit und Pflege dürften sich bis 2050 verdreifachen, neue Technik ermögliche Kosteneinsparungen bei Gesundheits- und Sozialdiensten.

Gesellschaftliches Ziel sei es, der digitalen Spaltung Europas entgegen zu wirken, älteren Menschen die Nutzung neuer Kommunikationsangebote nahe zu bringen. Derzeit seien von diesen europaweit nur etwa 10 Prozent mit dem Internet vertraut. Vor allem Sehschwäche, Hör- und Beweglichkeitsprobleme führen nach Darstellung der EU-Kommission dazu, dass ältere Menschen die Möglichkeiten der Informationsgesellschaft nicht nutzen.

Das soll sich mit Hilfe der EU-Offensive nun ändern. Neue Techniken könnten älteren Menschen durchaus helfen, "länger aktiv zu bleiben und selbstbestimmter zu leben", sagte EU-Medienkommissarin Viviane Reding.

Ageing Well in the Information Society ist das Flaggschiff der EU-Initiative "i2010 - Europäische Informations-Gesellschaft für Wachstum und Jobs". Bereits 2005 proklamierte die EU-Kommission eine Strategie, um die digitale Spaltung der Gesellschaft zu überbrücken. In Riga einigten sich die EU-Mitgliedstaaten 2006 auf eine politische Agenda der "e-inclusion". Deren genaue strategische Ausrichtung will die EU-Kommission Ende 2007 bekanntgeben.

ssu/dpa