EU-Vorstoß: Kommission will Spam bekämpfen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

EU-Vorstoß Kommission will Spam bekämpfen

Über die Hälfte aller E-Mails, die irgendwo in Europa ankommen, sind Spam. Das schätzt die EU-Kommission. Kommissarin Viviane Reding will nun ein gemeinsames europäisches Vorgehen gegen die Müll-Mail-Flut erreichen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Trotz des bereits bestehenden Spam-Verbots seien die "riesigen Mengen" dieser unerwünschten Mitteilungen und die damit verbundenen Risiken "ein ernstes Hindernis für die Entwicklung regelmäßiger Online-Dienste", sagte Reding am Montag in Brüssel. Für das kommende Jahr kündigte sie Vorschläge zur Verbesserung des Datenschutzes an.

Reding appellierte zudem an die Mitgliedstaaten, gezielt gegen Spam vorzugehen. Sie müssten die dafür notwendigen Mittel bereitstellen und für eine Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden sorgen. Die Branche könne entsprechende Filter einsetzen. Auch strafrechtliche Methoden seien denkbar. In Holland etwa sei mit Geldstrafen gegen Spammer eine deutliche Reduktion erreicht worden.

Redings Sprecher Martin Selmayr sagte: "Spam macht immer noch zwischen 50 und 80 Prozent der E-Mails aus, die in Europa ankommen." Zwei Drittel dieser unerwünschten Post stamme von außerhalb der Europäischen Union.

Die Rangliste der zwölf Staaten, aus denen die meisten Spam-E-Mails kommen, wird den Angaben zufolge von den USA (22 Prozent) angeführt, gefolgt von China (13 Prozent) sowie Frankreich und Südkorea mit jeweils mehr als 6 Prozent. Deutschland liegt mit 3 Prozent an neunter Stelle.

Die weltweiten Schäden werden auf fast 40 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Zudem wird Spam zunehmend zu betrügerischen und kriminellen Zwecken eingesetzt, beispielsweise um an Bankverbindungen heranzukommen. Die Kommission will sich für eine verstärkte Zusammenarbeit mit Drittstaaten einsetzen.

cis/ddp/AP