Netzwelt-Ticker Facebook will weiter mit Nutzerfotos werben
Facebook (Symbolbild): Bei "Sponsored Stories" ist künftig immerhin Widerspruch möglich
Foto: VALENTIN FLAURAUD/ REUTERSFacebook wird bei seiner Art zu werben ein wenig umlenken müssen: Um einer Sammelklage zu entgehen, hat das US-Unternehmen einen Vergleich geschlossen. Künftig sollen Nutzer die Wahl haben, ob sie Teil des Werbenetzwerks von Firmen sein wollen.
Facebook nutzt die Gesichter und Namen seiner Kunden, um für Unternehmen Werbung zu machen. Wer eine Seite "liked", der lief bislang Gefahr, sich plötzlich mitsamt Facebook-Konterfei als Fürsprecher in einem werbenden Umfeld wiederzufinden. Dagegen wehrten sich die Kläger, die nicht die Wahl haben, ob sie an diesen sogenannten "Sponsored Stories" teilhaben wollen. Hingegen argumentierte der Konzern, das Einverständnis des Nutzers sei in dem Moment impliziert, in dem er "Gefällt mir" klickt, ganz gleich, um welchen Inhalt es geht.
Die "Sponsored Stories" bleiben zwar, aber ihre Grundlage wird sich ändern: Es wird den Nutzern ermöglicht, ihre Teilnahme abzulehnen. Denkbar ist aber, dass die dafür notwendige Privatsphäre-Einstellung in bester Facebook-Manier gut versteckt bleibt, so dass auch diese Änderung den meisten Nutzern entgeht und sie dem Unternehmen als unbezahlte Fürsprecher für seine gut zahlenden Werbekunden bleiben.
"Wired" beklagt im Zusammenhang mit dem Vergleich, dass den Nutzern zwar theoretisch die gewünschte Änderung der Richtlinien zugesprochen wurde, aber vor allem die Anwälte profitierten : Zehn Millionen US-Dollar kassieren angeblich die Rechtsvertreter der Kläger, weitere zehn Millionen muss der Datenkonzern für gute Zwecke spenden.
Kim Dotcom kann's nicht lassen
Man kann von ihm halten, was man will, aber Megauploads Gründer und Chef, der selbsternannte Kim Dotcom, weiß die Aufmerksamkeit um seinen Prozess zu nutzen. Auf einem neuen, noch nicht offiziell verifizierten Twitter-Account plädiert er für seine Unschuld oder macht Scherze über seine Verhaftung. Unter anderem zeigt er ein Foto von ihm mit Apple-Mitgründer Steve Wozniak, einem "großartigen Typen", wie er dazu schreibt.
Kim Dotcom zeigt zudem einen ersten Eindruck von Megabox, dem Projekt , an dem er laut "GigaOm" schon vor dem Zusammenbruch seines Mega-Imperiums arbeitete und das nun offenbar kommen soll: ein kostenloser, unbeschränkter Upload-Service, der Musiker von Plattenfirmen "befreien" solle. "Künstler, atmet auf, es kommt und wird euch entfesseln", twittert Dotcom.
Twitter-Blackout: Hacker waren es nicht
Für fast zwei Stunden war Twitter am Donnerstag an zahlreichen Orten weltweit offline. Nutzer klagten, der Ausfall erinnere an die schlimmsten "Fail Whale"-Zeiten - nur war des Unternehmens berühmtes Symbol für Serverprobleme nicht einmal zu sehen, so umfangreich sei der Crash gewesen , schreibt der "Telegraph". Ein Hacker behauptete demnach, die Seite mit einer sehr simplen Denial-of-Service-Attacke in die Knie gebracht zu haben.
Twitter jedoch widerspricht : Nicht ein Hacker sei Schuld gewesen, sondern ein Fehler im System. Um den Bug zu beseitigen, der laut Unternehmensblog Auswirkungen auf alle Nutzer hatte, sei man auf eine ältere, stabilere Twitter-Version ausgewichen. Man wolle nun dafür sorgen, dass der durchschnittliche Tag weiterhin so aussieht wie im letzten halben Jahr, in dem der Dienst täglich 23 Stunden, 59 Minuten und um die 40 Sekunden perfekt funktioniert habe.
Auch das noch:
- Heute ist der Aggregator Reddit aus dem Web kaum mehr wegzudenken. Um jedoch dahin zu kommen, brauchte es "Magie", beschreibt einer der Gründer in einem Video und gesteht darin auch, dass zahlreiche Fake-Profile und falsche Postings die Seite Richtung Erfolg pushten.
- Nach und nach sickern weitere Details zum neuen Microsoft-Tablet "Surface" durch, auch wenn manches bislang nur Gerüchte sind: So soll das Gerät erst mal ohne 3G auf den Markt kommen, in Sachen Laufzeit hinter dem iPad zurückbleiben und mit 599 bis 799 Dollar zudem teurer als die Apple-Konkurrenz sein.
- Die beliebte Social-Reading-App Flipboard gibt es jetzt auch für Android .
- Um die Schwelle für Autoren zu erleichtern und die Vielfalt von Wikipedia am Leben zu erhalten, hat die Online-Enzyklopädie ein erleichtertes Editierverfahren eingeführt. Im Blog werden die Nutzer aufgefordert , damit zu experimentieren und Feedback zu geben.
- Nintendo bringt eine neue Variante seiner portablen Konsole 3DS auf den Markt: ein Stück größer und mit mehr Speicherplatz versehen.