Falscher Haider Link zum Ku-Klux-Klan
Die Fälschung ist subtil: Auf den ersten Blick unterscheidet die unter der Adresse www.fpo.at abgelegten Seiten nichts vom Original . Nur wer genauer hinschaut, entdeckt die Differenzen.
Und die haben es in sich. So sind unter der Rubrik "Blaue Links" einige Verweise versteckt, von denen sich FPÖ-Chef Jörg Haider sonst lautstark distanziert. Links zum "Thulenet" und zur rechtsextremen DVU finden sich dort genauso wie Verweise zum amerikanischen Ku-Klux-Klan oder zu verbotenem neonazistischen Liedgut.
Überschrieben ist die Linksammlung mit dem Satz "Und morgen die ganze Welt". Auch ein Link zur französischen Front National fehlt nicht, verbunden mit dem Kommentar: "Wir verstehen zwar nicht was Sie schreiben, aber ihre Symbole stimmen."
Die FPÖ ist wenig erfreut über die Fälschung. "Wir Freiheitlichen stehen in keinerlei Verbindung mit diesen Cyberterroristen", lässt die Partei auf ihren eigenen Seiten verbreiten. Die FPÖ distanziere sich "ausdrücklich von den veränderten Inhalten und Links auf dieser Seite", die nur ins Netz gestellt worden sei, um dem Ruf der Partei zu schaden.
Viel mehr kann die FPÖ auch nicht machen, liegen die gefälschten Seiten doch bei einem amerikanischen Provider. Registriert sind sie auf einen angeblich in New York wohnenden Alan Lockwood.
Trotz der sicheren Entfernung versucht es die Partei mit rechtlichen Schritten. So habe die FPÖ "Klage auf Unterlassung der Verbreitung des Namens eingebracht" und "Anzeige wegen Verstoß gegen das Wiederbetätigungsgesetz erstattet". Zudem wurde der amerikanische Provider aufgefordert, die Seiten zu entfernen.
Auf denen bekommt nicht zuletzt auch der "Bundesobmann" sein Fett weg: So erzählt Jörg Haider unter dem Motto "Jetzt wird ausgemistet!", wie er es "trotz übelster Verleumdungen" wieder mal geschafft hat, einen "einzigartigen Wahlsieg" einzufahren.
Ihn als Ausländerfeind hinzustellen? Ein bodenlose Ungerechtigkeit. Denn jedes Kind wisse, "dass der Jörg Haider nicht gegen Ausländer ist sondern nur für die Inländer". Und, so fährt die unter leichter Rechtschreibschwäche leidende Fassung fort: "Wenn wir wirklich Nazis währen hätten wir doch ohnehin längst die Mehrheit."