FBI-Ermittlungen: Agenten tarnen sich als Internet-Techniker - DER SPIEGEL
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Fragwürdige Ermittlungsmethoden FBI-Agenten verkleiden sich als Internettechniker

Die US-Bundespolizei sieht sich erneut mit Kritik an ihren Methoden konfrontiert. Ein Video dokumentiert, wie sich FBI-Agenten als Internettechniker ausgeben, nachdem Verdächtigen der Netzzugang gekappt wurde.
FBI-Zentrale: Bei Ermittlungen setzen Agenten schon mal auf Verkleidung
FBI-Zentrale: Bei Ermittlungen setzen Agenten schon mal auf Verkleidung

FBI-Zentrale: Bei Ermittlungen setzen Agenten schon mal auf Verkleidung

Foto: Manuel Balce Ceneta / AP
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Bei einer verdeckten Ermittlung sollen sich FBI-Agenten während der Fußballweltmeisterschaft 2014 als Techniker verkleidet haben, um die Gäste eines Hotels in Las Vegas auszutricksen. Zunächst sollen die FBI-Beamten den Internetanschluss in den drei Luxussuiten des Hotels gekappt haben, geht aus Gerichtsakten  hervor. Nachdem die Verdächtigen sich an das Hotel gewandt haben, damit die Leitung geprüft wird, seien statt der echten Techniker die Agenten erschienen, um die Zimmer zu durchsuchen.

In Folge dieser Durchsuchung sollen acht Verdächtige verhaftet worden sein, die in dem Hotel illegales Glücksspiel betrieben haben sollen. Darunter befand sich laut der Nachrichtenseite "Las Vegas Review Journal"  auch ein hochrangiges Mitglied der 14K-Triade, eine der größten asiatischen Verbrecherbanden. Nach Angaben der Verteidiger der Verdächtigen haben die Beamten auf die Täuschungsaktion zurückgegriffen, weil ihnen der Gerichtsbeschluss für eine reguläre Durchsuchung fehlte.

In einem Video, das die Nachrichtenagentur AP veröffentlicht hat, sind Aufnahmen von der Aktion zu sehen. Der Clip stammt demnach von einem FBI-Agenten, der während der Ermittlungen gefilmt hat. Auf dem Video ist zu sehen, wie die Beamten durch die Zimmer schreiten und die Bildschirme der Verdächtigen abfilmen, im Hintergrund läuft ein Spiel der Fußballweltmeisterschaft. Einer der FBI-Agenten sagt zu den Bewohnern: "Ich schaue mir den Router an, dort liegt möglicherweise das Problem."

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Die Verteidigung hält dieses Vorgehen für unrechtmäßig. In einem Videointerview mit dem Nachrichtensender CNN  sagt der Anwalt Tom Goldstein, die Agenten seien lediglich einer Intuition gefolgt. Das FBI habe nie einen Durchsuchungsbefehl gehabt, "also haben sie die Bewohner ausgetrickst, um in das Zimmer zu kommen, indem sie den Internetanschluss getrennt haben".

Das FBI gibt keine Auskunft

Goldstein sieht darin eine Verletzung des vierten Zusatzartikels der Verfassung der Vereinigten Staaten, der die Bürger vor staatlichen Übergriffen schützen soll. Goldstein zufolge könnten die Strafverfolger künftig nicht nur den Onlinezugang abschalten, sondern auch die Elektrizität und das Wasser abschalten, um an Informationen zu gelangen.

Auf eine CNN-Anfrage hin hat das FBI die Journalisten an die Bundesstaatsanwaltschaft in Nevada verwiesen. Diese wolle derzeit aber keine Auskunft zu den Vorfällen geben, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt.

Es ist nicht das erste Mal, dass FBI-Agenten mit fragwürdigen Aktionen in Erscheinung treten. Vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass die Bundespolizei einen Artikel der Nachrichtenseite "Seattle Times" gefälscht hat, um an Informationen über einen Verdächtigen zu gelangen. Das FBI setzte die Fake-Website ein, um Schadsoftware auf den Rechner eines Verdächtigen zu schleusen.

jbr