FBI Mit "Moral" gegen MP3 und Hackerei
Washington - Du sollst keine Web-Seiten verheeren. Du sollst keine Internet-Angebote blockieren. Und du sollst nicht deines Nachbarn MP3-Song begehren. Mit solchen Geboten der Cyber-Ethik will die US-Bundespolizei FBI das Rechtsbewusstsein bei der Internet-Nutzung stärken. Vor allem Jugendlichen soll vermittelt werden, dass Rechtsverstöße im Internet kostspielig und genauso strafbar sind wie im wirklichen Leben.
Das US-Justizministerium und eine kommerzielle Vereinigung für Informationstechnik versuchen derzeit, Lehrer und Eltern in Seminaren und Vorträgen dazu zu bringen, den Kindern deutlich zu machen, dass sich Computerkriminalität nicht von anderen Rechtsverletzungen unterscheidet. Einer der wichtigsten Wege zur Vorbeugung bestehe darin, Kindern Ethik und Moral zu vermitteln, sagt Michael Vatis, Direktor der FBI-Abteilung gegen Computerangriffe. Das gelte auch für die Cyber-Gesellschaft.
Die Herausforderung ist nicht gerade klein. Die meisten Kinder und Jugendlichen im Grund- und Hauptschulalter halten Computervergehen nur für eine Bagatelle. 48 Prozent betrachten das Eindringen in fremde Computernetze nicht als illegal. Die Computerlehrerin Gail Chmura berichtet, sie versuche ihren Kindern immer wieder klar zu machen, dass es keinen Unterschied mache, ob man in einem nicht verschlossenen Haus oder einer schlecht gesicherten Web-Seite etwas stehle. "Aber sie sehen da keine Verbindung", sagt Chmura. "Sie verstehen es einfach nicht."