Fernsehen: RTL zieht es in das Internet - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Fernsehen RTL zieht es in das Internet

RTL stürzt sich ins Internet-Geschäft. Der Sender will seine Popularität als größter Werbeträger in Deutschland nutzen, um sich im Netz ein zweites Standbein zu schaffen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Köln - Der Fernsehsender will dazu in den nächsten Jahren rund 500 Millionen Mark in die neu gegründete Tochter RTL Newmedia AG investieren. Dort sollen 170 Mitarbeiter für die Gestaltung von "klassischem" Internet, Teletext, elektronischen Programmführern oder auch WAP-Angeboten zuständig sein.

RTL-Geschäftsführer Gerhard Zeiler hofft darauf, dass das Unternehmen in vier bis fünf Jahren schwarze Zahlen schreiben werde. Ein Börsengang der RTL Newmedia AG soll "zum optimalen Zeitpunkt" erfolgen und in "nicht allzu ferner Zukunft liegen".

Die Zeit zweistelliger Zuwachsraten in der Fernsehwerbung sei vorbei, sagte Zeiler. Aber das Geschäft mit dem Internet lasse zwei- oder gar dreistellige Zuwächse erwarten.

Der seit vier Jahren existierende Internet-Auftritt von RTL soll neu gestaltet werden und mehr Surfer anziehen. Dabei gehe es sowohl um die Vermarktung der eigenen Sendeformate und Serien, als auch um Information. Daneben sollen Fan-Artikel zum Beispiel zur Formel 1 oder zur Serie "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" übers Internet bestellt werden können.

Inhalt des neuen Internet-Programms soll auch eine "rund um die Uhr aktualisierte Nachrichtenseite" mit bewegten Fernsehbildern aus dem eigenen Haus sein. Ebenso geplant sind Chat-Räume, in denen sich Serienfans austauschen können. Eine Internet-Soap von den Machern der täglichen Seifenoper "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" ist ebenfalls geplant.