Netzanbieter-Test 1&1 vor Telekom, Unitymedia fällt zurück
Das Testergebnis: Fünf große, drei regionale Netzanbieter auf dem Prüfstand
Foto: ConnectDie Technik-Zeitschrift "Connect" hat zum insgesamt sechsten Mal geprüft, welche deutschen Festnetzbetreiber die schnellsten Verbindungen bereitstellen . Die Telekom, im Vorjahr noch Sieger, belegt dieses Mal nur noch den zweiten Platz, dicht gefolgt von O2/Telefónica. Allein der Erstplatzierte Anbieter 1&1 bekommt von den Testern die Note "sehr gut".
1&1 gelinge offenbar "der richtige Mix aus zugekauften Anschlussleistungen, dem Betrieb eigener Rechenzentren und dem Einsatz hochwertiger Endgeräte", kommentiert "Connect" das Testergebnis. Allerdings würden derzeit nahezu alle Anbieter massiv in den Ausbau der Netze investieren und auf die neue All-IP-Technik umstellen. All-IP bedeutet, dass der gesamte Anschluss über eine Internetleitung abgewickelt wird, auch Telefonate vom Festnetzgerät werden dann als Voice-over-IP-Gespräche abgewickelt.
Unitymedia ist im Vergleich zum Vorjahr nach hinten gerutscht, und zwar vom zweiten auf den fünften Rang unter den größeren Anbietern. Das Angebot des in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen aktiven Unternehmens bekommt von den Testern - ebenso wie Kabel Deutschland und Vodafone - nur die Note "befriedigend".
Schon eine Viertelsekunde kann stören
Bei Vodafone und Kabel Deutschland könne dem Test zufolge der Aufbau von Webseiten nach Eingabe der Webadresse etwas länger dauern, erklärt ein "Connect"-Experte. Einige Nutzer würden mittlerweile schon eine Viertelsekunde Verzögerung als störend empfinden.
Auch habe der Test gezeigt, dass sich etwa bei Anrufen auf dem Vodafone-Netz störende Pausen und Verzögerungen ergeben könnten. Die Tester führen diese Ergebnisse aber auch darauf zurück, dass Vodafone sein Netz derzeit umbaut. Bei Unitymedia beobachteten die Tester zum Beispiel, dass sich der Start einer Videoübertragung übers Netz etwas verzögern kann.
Ein Problem hätten alle Anbieter allerdings gelöst: Im Gegensatz zu den Vorjahren komme es nicht mehr zu Einbußen bei der Verbindung, wenn gleichzeitig gesurft und telefoniert wird. Früher habe das beispielsweise zu ruckelnden Videos oder längeren Downloadzeiten führen können, so der "Connect"-Tester. Heute seien Modems und Router leistungsfähiger geworden.
Messungen an 36 Standorten
Für den Test hat "Connect" mit der Firma Zafaco nach eigenen Angaben rund 1,7 Millionen Messungen an 36 Standorten in Deutschland vorgenommen. Gemessen wurde von Mitte Mai bis Mitte Juni. Dabei ging es beispielsweise um Datenübertragung und um die Qualität von Sprachverbindungen, ums Video-Streaming und Videospiele.
Um faire Ergebnisse zu erzielen, haben die Tester nur Endgeräte der Anbieter mit aktueller Firmware benutzt, heißt es. Außerdem konnten die getesteten Betreiber einige Messungen mit einem Referenzserver im eigenen Netz wiederholen. Auch habe man für eventuelle Wartungsarbeiten die Messungen zwischen 2 und 5 Uhr morgens unterbrochen.
Im Detail gibt es Testergebnisse auf der Website von Connect zu lesen , der Test umfasst auch drei regionale Breitband-Netzbetreiber. Ebenso steht ein Test der Mobilfunknetze in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Netz, den die Fachzeitschrift regelmäßig wiederholt.