Filesharing Industrie attackiert Musiktauscher weltweit
Die Musikindustrie weitet in Europa und Asien ihren Kampf gegen Tauschbörsen und Raubkopierer aus. Künftig würden Klagen gegen mutmaßliche Urheberrechtsverletzungen auch in den Niederlanden, Irland, Island, Finnland und Japan angestrengt, teilte die Internationale Vereinigung der Phonoindustrie (IFPI) am Dienstag in London mit.
Das bisherige juristische Vorgehen in den USA, Deutschland, Großbritannien, Österreich, Dänemark, Frankreich und Italien habe bereits zu einer Abnahme von illegalen Downloads geführt, hieß es weiter: im vergangenen Jahr von 600 Millionen auf 382 Millionen.
"Die Zahl der Musiktitel, die von illegalen Musikangeboten aus dem Internet heruntergeladen wurden, ist 2004 um rund 200 Millionen gesunken", bilanzierte der Vorsitzende der deutschen Phonoverbände, Gerd Gebhardt, in Berlin. Inzwischen würden zunehmend legale Angebote genutzt, während die Nutzung illegaler Quellen erheblich abnehme.
Angriffsziele der Musikindustrie sind vor allem Tauschbörsen wie KaZaA. Deren Teilnehmerzahl sank um rund 45 Prozent von 4,2 Millionen auf 2,3 Millionen, teilte die IFPI in London mit. Mit Klagen gegen KaZaA, eDonkey und eMule, verschiedene Gnutella-Dienste wie Bearshare, Limewire und OpenNap vertrete der Verband 1.450 Mitgliedsfirmen.
"Heute kann niemand in Europa mehr darüber im Zweifel sein, dass das Heraufladen von urheberrechtlich geschützter Musik gegen Gesetze verstößt, Arbeitsplätze und Investitionen in Musik sowie Einkommen gefährdet", sagte IFPI-Präsident John Kennedy. "Wir haben Jahre damit verbracht, ein Bewusstsein dafür zu schaffen - und Unwissenheit ist nun wirklich keine Ausrede mehr", erklärte er.
Laut Phonoverband sind hierzulande allein seit vergangenem Oktober 401 Strafanzeigen gestellt worden. Damit wurden in Deutschland im internationalen Vergleich nach den USA die meisten Prozesse angestrengt. Durchschnittlich sei ein Schadensersatz von 4000 Euro erreicht worden. Verdächtige seien zwischen 16 und 65 Jahre alt, darunter Lehrer, Mediziner, Auszubildende und Mechaniker - und sogar ein Richter.