Film-Downloads: Auf iTunes Spuren - DER SPIEGEL
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Film-Downloads Auf iTunes Spuren

Anders als die Musikbranche ist es der Filmindustrie bisher nicht gelungen, den P2P-Börsen eine attraktive legale Alternative entgegen zu setzen. Jetzt prescht Sony vor - mit Plänen, Filme online und für mobile Geräte anzubieten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sonys neues mobiles Spielgerät PSP hat seine Reize, und nicht der geringste ist, dass sich mit der Mini-Konsole auch Filme betrachten lassen. Toll klingt das, hat jedoch den Schönheitsfehler, dass Filme wie "Spider Man 2" bisher nur in Sonys proprietären Format UMD vorliegen - und damit auf einem festen Datenträger, den man Kaufen oder Leihen muss wie eine DVD.

Doch dabei soll es nicht bleiben. Schon bald will Sony vorpreschen und den Versuch starten, die überfällige legale Download-Alternative zu Film-P2P-Börsen zu schaffen. Der Konzern hat dabei das Vorbild von Apples iTunes im Sinn. Seit gut zwei Jahren beweist Apple weltweit, dass sich mit legalen Downloads durchaus Profite erwirtschaften lassen.

Wie das bei Filmen aussehen könnte, deutete Sony-Manager Michael Arrieta gegenüber CNet an: Konkret plane der japanische Entertainment- und Elektronikriese den Aufbau eines Downloadangebotes, das umgehend die 500 größten Filmhits des Sony-Katalogs anbieten soll.

Zuvorkommen will Sony vor allem den Elektronikkonzernen, die zunehmend auch auf den Unterhaltungselektronikmarkt drängen. Denn davon ist Arrieta überzeugt: "Wenn wir das nicht machen, tut es jemand anderes" - und hat dabei das Beispiel Apple im Sinn. Dem einst reinen Computerunternehmen war es gelungen, die Musikindustrie mit iTunes rechts und links zu überholen und sich zum Entertainment-Konzern zu mausern. Sony zöge es vor, dieses Geschäft selbst an Land zu ziehen.

Angeboten werden sollen die Downloads unter anderem auch in einem Format für mobile Geräte, zur Speicherung auf Flash-Speicherkarten. Technisch sollte das kaum Probleme bereiten: Moderne Flashspeicher sind schnell und groß genug, auch bessere Filmqualitäten vorzuhalten. Dass solche Anwendungen im Kommen sind, hat längst auch die Softwarebranche gerochen: So bietet etwa der deutsche Anbieter dtp Entertainment Programme zum Filmrippen für Handy oder PDA an ("Kino für Handys"). Handy-Filme werden auf rund 50 MB zusammengestaucht, PDA-Filmen gönnt die Software bis zu 250 MB.

Wann genau es losgehen soll mit Sonys "iTunes für Filme" ließ Arrieta nicht durchblicken - wohl aber, dass er mit dem Aufbau des Angebotes betraut ist und die Mobilangebote bereits 2006 auf dem Markt sein sollen.