Finale Iran gewinnt im Spiel der Spiele
Endlich erntet der Robocup die Aufmerksamkeit, die er verdient: Vor lauter Kamerateams sieht man kaum mehr das Spielfeld! Und dann der Anpfiff: Ein furioser Start. Sofort gehen beide Teams den Ball an - und verlieren den Kontakt zur ledernen Pille.
Nach Sekunden der Verwirrung findet Nakatino aus dem Team ART Italy den Ball, gerät in einen Zweikampf - und wagt einen Befreiungsschlag. Nun wechselt der Ball wieder den Besitzer. Doch der iranische Spieler bekommt ihn nicht von der Bande weg, der Ball wird zurück in die Mitte gesetzt.
Wieder Gerangel im Mittelfeld: Eine so ausgeglichene Partie haben wir hier noch nicht gesehen. Der Ball bewegt sich einmal ein paar Zentimeter, die Roboter schieben ihn hin und her. Das Publikum feuert die Robots mit rhythmischem Klatschen an. Ronaltino befreit sich und treibt ihn in die iranische Hälfte! Doch der Schuss wird vom iranischen Torwart abgelenkt. Jetzt folgt Attacke auf Attacke, die Italiener beherrschen das Spiel! Werden sie den Weltmeister schlagen können? Fünf Minuten sind noch zu spielen.
Hier in der Halle herrscht eine unglaubliche Stimmung. Die Ränge sind zum Bersten gefüllt, die Stimmung ist bestens. Iranische Gegenattacke! Doch Torhüterin Lisa hält souverän und befördert das Leder quer übers Feld in die andere Hälfte. Weiter geht's, Homer greift an, doch die Iraner schlafen nicht. Es folgt eine der berüchtigten "Panzerattacken": In absolut gerader Linie zieht der iranische Stürmer über das Feld, wird abgefangen, landet mit dem Ball in der rechten Ecke!
Jetzt wird's gefährlich für Italien: Der Torwart muss herausgenommen werden. Iran verschläft solche Chancen nicht. Der Angriff folgt auf dem Fuße - und ist erfolgreich: Das 1:0 für den Iran, aufs ungeschützte Tor! Sekunden später fällt der Halbzeitpfiff.
Die Italiener sind schockiert, doch noch ist alles möglich.
Zweite Halbzeit: Bis die Hydraulik quietscht
Homer kämpft sich durch! Nase an Nase schieben Homer und ein iranischer Spieler den Ball hin und her. Das sind Zweikämpfe, da hört man die Hydraulik quietschen. Der Ball landet schließlich zwischen vier Spielern, völlig eingekeilt. Doch dann bricht der "Vierkampf" auf - der Ball muss in die Mitte.
Furiose Szenen: Homer treibt den Ball durch die iranische Hälfte, scheitert am Torwart, setzt sich gegen zwei Verteidiger durch und hält ihn in der iranischen Hälfte. Doch dann kommt der Gegenstoß: Iran attackiert das italienische Tor, scheitert; zurück geht es mit dem Ball, Nakatino versucht sich am iranischen Tor, scheitert! Das Publikum rast - selten hat man ein so spannendes Robocup-Spiel gesehen.
Schafft Italien noch den Ausgleich? Es sind noch vier Minuten zu spielen, und noch immer führt Iran. Homer, tapfer wie gewohnt, wird von seinen Teamkameraden im Mittelfeld allein gelassen, doch dann stößt Ronaltino hinzu: Sofort gewinnt der italienische Sturm wieder an Druck. Die Italiener beherrschen weiter das Spiel!
Ein fast zweiminütiger Zweikampf endet in einem fast brutalen Gerangel. Warum greift der Schiedsrichter nicht ein, statt nur gelbe Karten zu verteilen? Jetzt kommt endlich der Pfiff: Das Spiel wird neu gestartet. Nur noch 1,36 Minuten bis zum Abpfiff...
Doch das Gerangel geht weiter. Nakatino und Homer haben sich in zwei Iranern verbissen, kommen voneinander nicht los.
Endspurt: Homer nimmt zwanzig Sekunden vor Schluss einem Iraner den Ball ab, versucht einen letzten Angriff. Aber die Uhr ist unerbittlich, der Abpfiff ertönt, und Iran ist Europameister!