Firefox: Zuwachs gebremst - DER SPIEGEL
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Firefox Zuwachs gebremst

Aktuelle US-Zählungen bestätigen: Firefox wächst nun langsamer, die Verbreitung von Microsofts Internet Explorer fällt weiter leicht. Die Marktbewegungen verlaufen parallel, doch auf verschiedenem Niveau: In Deutschland scheint Firefox weit populärer als in den USA.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sollten Firefox-Fans darauf gehofft haben, den Browsermarkt regelrecht überrennen zu können, dann haben sie offensichtlich die Trägheit der Masse unterschätzt: Nach wie vor, behaupten aktuelle Zählungen, halte Microsofts Internet Explorer (MSIE) fast 90 Prozent des Browsermarktes. Dass es Firefox binnen Jahresfrist auf 5,7 Prozent Weltmarktanteil gebracht hat, gilt in den USA schon als kleine Sensation.

Weit stärker verbreitet ist Firefox jedoch in Europa. Die Logstatistiken von SPIEGEL ONLINE, basierend auf über 200 Millionen Seitenaufrufen im Monat, dokumentierten im Herbst 2004 einen steilen Anstieg der Verbreitung Mozilla-basierter Browser, während Microsofts Internet Explorer massiv verlor. Firefox ist längst kein "Minderheiten-Browser" mehr.

Seit Dezember jedoch haben sich diese Trends verlangsamt: Immerhin wächst Firefox weiter, MSIE fällt in vergleichbarem Tempo. Die Zuwachs- und Verlustzahlen der Web-Statistik-Experten von OneStat (Niederlande) und WebSideStory (USA) entsprechen dabei weitgehend denen der SPIEGEL-ONLINE-Zählung.

Dass sich die über SPIEGEL ONLINE erhobenen Zahlen dagegen auf einem so krass unterschiedlichen Niveau bewegen, ist nicht ungewöhnlich. Als Faustregeln dürfen gelten: Firefox ist in Europa weiter verbreitet als in den USA, in Deutschland stärker als im europäischen Ausland. Zudem kommt es darauf an, wo man misst: Je informierter über und je sensibler für IT-Sicherheitsthemen die Besucher einer Webseite sind, desto niedriger fällt der Prozentsatz von MSIE-Nutzern aus, desto höher der von Nutzern alternativer Browser. Reine IT-Sicherheitsseiten weisen so mitunter Firefox/Mozilla-Anteile von 40 Prozent und mehr aus.

Experten misstrauen auch aus diesem Grund den Zählungen der Marktforscher: Sie alle können nicht mehr tun, als Sample von Messpunkten zu definieren und aus den dortigen Messungen Hochrechnungen erstellen.

Als verlässlicher gelten da normalerweise Download- und CD-Verteilungszahlen - allerdings wohl kaum im Falle Firefox. Die Mozilla Foundation, Entwickler des Firefox-Browsers, weiß, dass es bisher rund 27 Millionen Downloads gegeben hat. Doch Firefox ist frei verteilbar, und unzählige PC-Zeitschriften nutzen die Gelegenheit jede Woche, ihren Lesern einen kostenlosen, attraktiven Benefit zukommen zu lassen: Wie oft Firefox also wirklich verteilt wurde, weiß kein Mensch.

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