Flash: Google soll bald fast alle Flash-Elemente blockieren - DER SPIEGEL
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Chrome-Updates Google verschärft Vorgehen gegen Flash

Der Google-Browser Chrome verdrängt die ungeliebte Flash-Software immer weiter. Bald sollen auch Flash-Inhalte blockiert werden, die im Hintergrund geladen werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Google treibt sein Vorhaben voran, die Flash-Software möglichst vollständig zu verbannen. Die nächste Version des Google-Browsers Chrome soll weitere Elemente dieser Technologie blockieren, hat der Konzern angekündigt .

Google hatte schon vor rund einem Jahr angekündigt, sich langsam von Flash zu verabschieden. Damals führte der Konzern ein sogenanntes Click to Play ein. Wer einen Flash-Inhalt angezeigt haben will, muss das durch einen Klick bestätigen. Mit Flash kann man zum Beispiel Videos darstellen, interaktive Grafiken oder kleine Spiele, aber auch bewegte Werbung.

Die aktuelle Ankündigung von Google bezieht sich auf andere Flash-Anwendungen: In Version 53 des Browsers, die im September erscheinen soll, sollen auf Webseiten auch alle Flash-Elemente blockiert werden, die im Hintergrund ablaufen. Stattdessen setzt Google auf den als moderner geltenden Webstandard HTML 5.

Denn Flash unterstützt nicht nur Videos oder andere bewegte Inhalte, die Nutzer sich ansehen können. Die Software arbeitet auch unbemerkt im Hintergrund, zum Beispiel um den Webtraffic einer Seite zu analysieren. Darauf entfielen sogar 90 Prozent der Flash-Anwendungen im Netz, wie Google in seinem Blog schreibt . Auch diesen Anwendungsbereich von Flash will Chrome nun abschaffen.

Im Dezember soll dann Chrome in der Version Nummer 55 erscheinen. Diese Version soll HTML 5 standardmäßig gegenüber Flash bevorzugen. Ausnahmen wird es nur noch für Seiten geben, die ausschließlich Flash anbieten. In diesen Fällen wird der Browser seinen Nutzer eine Benachrichtigung anzeigen und fragen, ob sie Flash für diese Webseite aktivieren wollen.

Ständig gibt es Sicherheitslücken bei Flash

Mit dem neuesten Schritt treibt Google den schleichenden Tod der mittlerweile ungeliebten Technik weiter voran. Flash verbraucht vergleichsweise viel Strom, was gerade in der Zeit mobiler Geräte ein Problem ist. Es ist zudem langsam und ständig tauchen Sicherheitslücken auf. Daher setzten nicht nur Onlinedienste wie Amazon und Facebook auf HTML 5, sondern auch die Browserhersteller.

Auch Mozilla hatte, nachdem zum erneuten Male Sicherheitslücken aufgetaucht waren, zwischenzeitig alle Flash-Inhalte in seinem Browser Firefox abgeschaltet. Mittlerweile ist Flash nicht mehr komplett blockiert, aber die Firefox-Machern haben eine wachsende Liste von Flash-Elementen, die nicht unterstützt werden .

Apples Browser Safari  gibt ebenso in den Standardeinstellungen Flash-Inhalte nicht mehr wieder. Beim Versuch, Flash aus dem Internet zu verbannen, scheinen derzeit alle an einem Strang zu ziehen.

Dabei war Flash vor wenigen Jahren noch ein wichtiger Bestandteil des Internets. Es ermöglichte, bewegliche und interaktive Elemente auf Webseiten anzuzeigen. Frühe Onlinespiele oder Videoplattformen wären ohne Flash nicht denkbar gewesen. So setzte zum Beispiel YouTube anfangs auch auf die Technik. Mittlerweile ist aber auch bei YouTube HTML 5 Standard.

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Piotr Heller