Flüchtlinge und ihre Smartphones Viber, Xavier und deutsches Gemüse
Ahmed aus Pakistan und sein Smartphone-Screen
Foto: Moritz StadlerDer Handybildschirm sagt viel über einen Menschen aus. Die Apps, die er installiert hat, zeigen, was ihn beschäftigt. Auch der Bildschirmhintergrund verrät manchmal etwas über eine Person. Das gilt auch für die Menschen, die erst seit wenigen Monaten in Deutschland leben und für die ein Smartphone eine ganz besondere Bedeutung hat: Denn für die meisten Flüchtlinge ist das Gerät weniger ein teures Telefon, sondern ein sehr günstiger Computer. Es ist kein Statussymbol, es ist für viele schlicht der einzige Weg ins Internet.
Mangels Laptops oder eines eigenen PC nutzen sie das Handy, um mit ihren Freunden und ihrer Familie zu kommunizieren, um sich in Deutschland zurechtzufinden, die Sprache zu lernen und als Übersetzer. Natürlich auch um Musik zu hören, für Spiele und Nachrichten. Und um regelmäßig mit Google Maps einen Blick in die Heimat zu werfen. Auch wenn die Satellitenbilder nicht aktuell sind - es ist beruhigend, das Haus der Familie auf dem Handy zu sehen.
Das erzählen Flüchtlinge, die wir gebeten haben, uns ihre Lieblings-Apps zu zeigen. Sie alle haben Samsung-Handys verschiedener Generationen. Keine teuren Geräte. Gekauft haben die meisten ihr Smartphone in Deutschland. Wer schon vor der Flucht eines besessen hatte, dem wurde es unterwegs gestohlen. Eines in Libyen, zwei in der Türkei. Nur einer von ursprünglich sechs Befragten hat sein Handy in Istanbul gekauft und bis zur Ankunft in Deutschland behalten können.
Smartphones von Flüchtlingen: Videosprachkurse und digitale Glücksbringer
Hinweis: In dieser Fotostrecke waren ursprünglich sechs Flüchtlinge zu sehen. Zwei Bilder haben wir auf persönlichen Wunsch der jeweiligen Personen wieder offline genommen.