Folterbild in iPod-Kampagne: Weißes Kabel, schwarzer Humor - DER SPIEGEL
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Folterbild in iPod-Kampagne Weißes Kabel, schwarzer Humor

Der iPod, eine Art tragbare Mini-Jukebox mit enormer Speicherkapazität, ist der letzte Schrei der Technik. Zum Schreien ist jetzt auch eine New Yorker Parodie der iPod-Werbekampagne: Sie zeigt ein Folterbild aus Abu Ghureib im schicken Design.
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Er gilt als Szene-Accessoire, als Muss für Technik- und Musik-Fans: der iPod des kalifornischen Computer-Fabrikanten Apple. Das kleine Gerät, das Tausende von Songs speichern kann, wird mit einer mittlerweile berühmten Werbekampagne angepriesen: Auf großformatigen Plakaten und in Kino-Spots sieht man die schwarzen Silhouetten junger Menschen enthusiastisch zum Sound ihres i-Pod tanzen. Charakteristisch für die Kampagne: das Kopfhörerkabel, das weiß aus den schwarzen Figuren leuchtet.

Die markanten Motive tauchten jetzt in variierter Form in der New Yorker U-Bahn auf. Wie das Branchenblatt "Macwelt" am Donnerstag berichtete, zeigen die im Originaldesign der iPod-Kampagne gestalteten Plakate ein Folterbild aus dem irakischen Hochsicherheitsgefängnis Abu Ghureib. Der iPod-Schriftzug wurde durch "iRaq" ersetzt, der schwarze Umriss zeigt einen Gefangenen mit vermummtem Kopf und stromkabelbestückten Händen. Auch der Werbe-Slogan des iPod taucht in grausig variierter Form auf den Plakaten auf: "10.000 Volt in Deiner Tasche, schuldig oder nicht."

Auf der Webseite des kanadischen Kulturjounalisten Jeff MacIntyre ist ein weiteres Bild der kriegskritischen Werbeparodie zu sehen. Es zeigt eine ganze Reihe von iPod-Motiven, zwischen die das Folterbild geschmuggelt wurde. Ob die provokante Verballhornung mehr ist als nur ein Einzelfall ironischer Konsum- und Gesellschaftskritik im Stile der Adbusters-Bewegung, muss sich allerdings noch erweisen.