Forderung: Killer-Computerspiele verbieten - DER SPIEGEL
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Forderung Killer-Computerspiele verbieten

Gewalt in den Medien ist ein viel diskutiertes Thema. Die hessische Sozialministerin Mosiek-Urbahn (CDU) fordert die Ausgestaltung des Jugendschutzrechtes, damit der Zugang zur gewalttätigen Computer-Realität erschwert wird.
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Frankfurt am Main - Auf einer von der Kinderhilfestiftung initiierten Podiumsdiskussion zum Thema "Gewalt in den Medien" forderte die hessische Sozialministerin Marlies Mosiek-Urbahn ein Verbot von Computerspielen, in denen das systematische Töten von Menschen simuliert werde. Vor solchen gewaltverherrlichenden Produkten, die nicht selten rechtsradikales Gedankengut enthielten, sollten Jugendliche geschützt werden, so Mosiek-Urbahn. Nachdem sich bereits im Frühjahr diesen Jahres der Bundesrat auf Initiative von Bayern und Hessen für eine solche Maßnahme ausgesprochen hatte, sei nun die Bundesregierung am Zuge. Durch ein Verbot und die Einführung einer Alterskennzeichnung für Computerspiele würden Lücken im Jugendschutzrecht geschlossen, sagte die Sozialministerin.

Eine Verbesserung und Vereinheitlichung des Jugendschutzes wäre insbesondere angesichts der rasanten Entwicklung im Medienbereich und der Zunahme von Gewaltdarstellungen angebracht. Dafür müsse der gesetzliche Rahmen konkretisiert und der Jugendmedienschutz effektiver werden, so Mosiek-Urbahn.

Bereits seit 1984 werden bestimmte Computerspiele von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert. Bisher sind es rund 360, so die Vorsitzende Elke Monssen-Engberding. Auch bestehe die Möglichkeit, als gefährdend eingestufte Spiele von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmen zu lassen.

Doch selbst wenn der herkömmliche Verkauf über den Ladentisch untersagt wird, bleibt immer noch die Möglichkeit des Herunterladens aus dem Internet. In der Praxis würde ein Verbot von brutalen virtuellen Spielen somit an Grenzen stoßen. Auch gestaltet sich beispielsweise die Strafverfolgung von Firmen oder Urhebern, die ihre Spiele im Ausland zum Download anbieten, bislang als schwierig.

Immerhin ließe sich über solche Rechtsvorschriften der Handel in Deutschland deutlich erschweren. Gleichzeitig sind jedoch natürlich Eltern angehalten, ihren Nachwuchs besser im Blick zu haben. Diese Forderung sei in Rechtsvorschriften enthalten und vor allem wünschenswert, wie Monssen-Engberding betont. Eine verstärkte Vorbereitung von Kindern und Jugendlichen auf einen kritischen und verantwortungsvollen Umgang mit den Medien sei unerlässlich, so auch die Meinung der hessischen Sozialministerin. Allerdings würden Aufklärung und Prävention hier nicht ausreichen. Begleitende gesetzliche Regelungen seien erforderlich.